• vom 18.02.2018, 17:30 Uhr

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Ein anderes Frankreich




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Von Andreas Wirthensohn

  • Sylvain Tesson ist durch "hyperländliche" Teile seiner Heimat unterwegs.



Sylvain Tesson ist so etwas wie der Wolfgang Büscher Frankreichs. Er war in den einsamen Wäldern Sibiriens unterwegs, ist mit dem Motorrad von Moskau nach Paris gefahren und nun auf versunkenen Pfaden quer durch seine Heimat gewandert. Leider schreibt er bei weitem nicht so gut wie Büscher, aber in diesem Fall bezieht das Buch seinen Reiz vor allem aus der Landschaft selbst. Denn Tesson durchwandert von Süd nach Nord jede Menge Regionen, die vom französischen Staat als "hyperländlich" eingestuft wurden. Sprich: schlechte Infrastruktur, kaum Arbeit, kaum noch Geschäfte, schwindende Bevölkerung.

Es ist eine Welt, wie es sie in Mitteleuropa schon seit längerem nicht mehr gibt - und die ihren Reiz gerade aus diesem "Aus-der-Zeit-Gefallensein" bezieht. Wer einmal ein ganz anderes Frankreich kennen lernen will, ist mit diesem Reisebericht jedenfalls gut versorgt.

Information

Sylvain Tesson
Auf versunkenen Wegen

Aus dem Französischen von Holger Fock und Sabine Müller. Knaus, München 2017, 190 Seiten, 20,60 Euro.





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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-02-15 17:44:23
Letzte Änderung am 2018-02-15 18:01:09


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