• vom 11.03.2018, 11:00 Uhr

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Von Jeannette Villachica

  • Kürzestgeschichten: "Die Jugend ist ein fremdes Land" von Alain Claude Sulzer.



Der Schweizer Schriftsteller Alain Claude Sulzer erzählt in seinem neuen Buch, "Die Jugend ist ein fremdes Land", in zeitlich nicht geordneten Kürzestgeschichten von seiner Kindheit und Jugend in einem Dorf bei Basel nahe der deutschen Grenze.

Zugleich ist es auch die Alltagsgeschichte der Schweiz in den 1960er und frühen 1970er Jahren, als autofahrende Frauen, Scheidungen und Ehen wie die seiner Eltern eigentlich unmöglich waren. Seine französischsprachige Mutter aus der Romandie und sein Vater aus der deutschsprachigen Schweiz "verspürten offenbar schon früh den Drang, sich vor den Augen ihrer Mitwelt unsichtbar zu machen", obwohl sie in den Augen ihres Sohnes nichts zu verbergen hatten. Doch es gab die rätselhafte Abhängigkeit des Vaters von seiner Mutter, die Skepsis von Sulzers Mutter gegenüber der Außenwelt, insbesondere gegenüber dem Reisen.

Information

Alain Claude Sulzer
Die Jugend ist ein fremdes Land
Verlag Galiani, Berlin 2017, 222 Seiten, 20,60 Euro.

Geschildert werden ferner unvergessliche Autofahrten, typische Rituale und Gerichte, der spätere Klavierunterricht oder die Faszination des Buben fürs Theater. Und zwischen alledem blitzen familiäre Grausamkeiten aus Tradition auf - und unverhoffter Humor.

Die Gemütsverfassung eines Kindes, das sich zwischen den divergierenden Polen finden muss, fängt Sulzer feinsinnig ein. Erinnerungen, in denen sich Leser zumindest stellenweise leicht wiederfinden.





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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-03-08 15:56:44
Letzte Änderung am 2018-03-08 16:13:23


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