• vom 26.05.2018, 14:00 Uhr

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Der "Maulheld"




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Von Ingeborg Waldinger

  • Gesammelte Reden von Karl-Markus Gauß.



Er ist ein gefragter Redner: Karl-Markus Gauß, der 1954 in Salzburg geborene Schriftsteller, Essayist und Herausgeber der Zeitschrift "Literatur und Kritik", sprengt mit seinen Fest- und Gedenkreden so manchen (Erwartungs-)Horizont. Welch unkonventionelle Brücken dieser "Redner" zu schlagen versteht (etwa zwischen dem Adjektiv und dem Verb modern), wie er sein Publikum herauszufordern weiß, zeigt der Band "Die Bibliothekarinnen von Renens".

In einer launig-selbstironischen Vorrede bekennt der Autor, wie er sich als körperlich schwaches Kind seinen Platz in der kleinen Welt der Siedlung eroberte: als furchtloser "Maulheld", der sich wortstark unter den Größeren behauptete. Daraus sei ihm eine Art Urvertrauen erwachsen: "Ich konnte darauf vertrauen, dass es mir nie die Rede verschlagen wird (. . .)."

Information

Karl-Markus Gauß
Die Bibliothekarinnen von Renens

Reden. Otto Müller Verlag, Salzburg 2018, 175 Seiten, 20,- Euro.

Nun ist er sein eigener Redenschreiber - und versteht auch diese Texte als Teil seines literarischen Werks.

Ob Gauß über die "kleinen Nationalitäten" Europas redet, über die magische Bibliothek im Dorf Renens bei Lausanne, von Preisgeldern oder vom "Aufbruch": stets zielt er aufs Große und Ganze, prononciert politisch, den kritischen Geist einfordernd: "Wo die sozialen Utopien zu Schanden gehen, dort blühen bizarr die technologischen auf, die verheißen, dass die Welt (. . .) noch einmal erschaffen werden kann".





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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-05-24 17:37:12
Letzte Änderung am 2018-05-24 17:47:45


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