• vom 20.07.2018, 16:19 Uhr

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Update: 20.07.2018, 16:45 Uhr

Sachbuch

Die eigene Nase schärfen




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Von Mathias Ziegler

  • Robert Müller-Grünows Plädoyer für einen bewussteren Einsatz des Geruchssinns.

Düfte sind ein Milliarden-Business, und zwar nicht nur Parfums, sondern auch die Beduftung von Geschäften, Autos, Büchern und anderem. Duftentwickler Robert Müller-Grünow führt seine Leser in diese Welt ein, gibt auch bis zu einem gewissen Grad Einblick in seine Arbeit - freilich ohne Essenzielles zu verraten - und hält vor allem ein Plädoyer für ein bewussteres Riechen. Denn obwohl der Geruchssinn evolutionstechnisch der älteste aller Sinne ist, "haben wir leider verlernt, uns bewusst riechend durch die Welt zu bewegen".

Es geht auch um die unbewusste Wirkung von Gerüchen. Düfte wecken Erinnerungen und Wünsche, die unser Verhalten beeinflussen. Dennoch wird gerade die Leistung der Nase als Sinnesorgan oft unterschätzt - und damit lassen wir uns leichter an der Nase herumführen, meint der Duftexperte. Oder was glauben Sie, warum Putzmittel ihren charakteristischen Geruch haben oder gewisse Räume mit ganz bestimmten Duftnoten versetzt werden?

Information

Sachbuch
Die geheime Macht der Düfte
Von Robert Müller-Grünow
Verlag Edel; 18,50 Euro

Wenig zum Thema Tiere

Müller-Grünow liefert nicht nur viele Informationen darüber, wie Düfte im Alltag eingesetzt werden und wie man unliebsamen Gestank loswird, sondern präsentiert auch mehrere Übungen zur Schärfung des Geruchssinns. Dazu gibt es praktische Tipps für die Suche nach dem passenden Parfum, er stellt auch seine eigenen zwölf Klassiker der Duftgeschichte vor - und natürlich kommt auch der Buch- und Filmklassiker "Das Parfum" samt dem Geruch "Paris 1738" vor, der für die Filmpremiere kreiert wurde (und vor allem nach Fischmarkt stinkt). Wie der Autor überhaupt dem Duftkino (in Verbindung mit VR-Brillen) ein eigenes Kapitel widmet. Zum Abschluss gibt es dann ein kleines Duftlexikon von "Abrunden" bis "Zitrusnoten".

Hat man dieses letzte Kapitel erreicht, ist man jedenfalls um vieles schlauer und hat zum Beispiel erfahren, dass mitunter ausgerechnet aggressive, nach Fäkalien stinkende Rohstoffe (freilich in minimaler Menge) die Basis für wohlriechende Parfums bilden. So stammt auch der Duftstoff Ambra aus dem Darm von Pottwalen. Apropos Tiere und Parfums: Was man auf den fast 300 Seiten vermisst, ist ein eigenes Kapitel zum Thema Duftproduktion mit tierischen Rohstoffen (wie etwa Moschus). Die kommt nur hin und wieder in Nebensätzen kurz vor. Das Buch ist also zwar sehr lehrreich in vielerlei Hinsicht, lässt aber gerade bei diesem für viele Konsumenten wichtigen Thema eine große Lücke offen.





Schlagwörter

Sachbuch, Düfte, Gerüche, Parfums

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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-07-20 16:26:03
Letzte Änderung am 2018-07-20 16:45:18


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