• vom 20.08.2018, 09:00 Uhr

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Von Jeannette Villachica

  • Ganz nah am Leser: der leise Debütroman des Iren Karl Geary.



Das Auffälligste an dem leisen Debütroman des gebürtigen Dubliners Karl Geary, ist, dass "Montpelier Parade" in der intimen zweiten Person Singular erzählt ist; der Erzähler ist so ganz nah am Leser. Der Titel verweist auf eine Straße im gutbürgerlichen Dublin - für den 16-jährigen Sonny, der in einfachsten Verhältnissen im Dublin der 1980er Jahre aufwächst, eine andere Welt.

Seiner problembeladenen Familie versucht er bei jeder Gelegenheit zu entkommen, seine Wut lässt er an den Hauswänden der Stadt aus - und seine alte Freundin Sharon ist seine einzige Vertraute. Neben der Schule jobbt Sonny eine Stunde pro Tag beim Metzger; wenn er an Alkohol kommt, betrinkt er sich; samstags hilft er seinem Vater, der seinen Lebensunterhalt mit Handwerksarbeiten im Haus reicher Leute verdient. Eines Tages lernt Sonny in der Montpelier Parade die Engländerin Vera Hatton kennen, eine zunächst wenig zugängliche Frau mittleren Alters.

Information

Karl Geary
Montpelier Parade

Roman. Aus dem Englischen von Mayela Gerhardt. Rowohlt Verlag, Reinbek 2018, 288 Seiten, 20,60 Euro.

Sonny ist sofort gebannt und besucht sie anfangs gegen ihren Willen in ihrer Villa, die voller Bücher ist - für die Leseratte Sonny ein Paradies. Der Beginn einer Liebe, die gegen alle Konventionen verstößt. Geary erzählt vor dem Hintergrund eines verregneten Dubliner Frühlings vom sexuellen Erwachen und der Eröffnung der Möglichkeit eines Lebens für die Kunst.





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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-08-16 17:50:42
Letzte Änderung am 2018-08-16 17:53:17


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