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Update: 23.09.2018, 15:04 Uhr

Sachbuch

Leben lernen




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Von Bruno Jaschke

  • Die Zukunftsforscher Zellmann und Opaschowski geben Handlungsempfehlungen.

Jeder zweite Mensch, der heute geboren wird, ist in 100 Jahren noch am Leben. Daher sei, so der Wiener Zukunftsforscher Peter Zellmann und sein Hamburger Kollege Horst Opaschowski, die überlieferte Dreiteilung der Lebenszeit in Lernzeit (Kindheit/Jugend), Arbeitszeit (Erwachsenenalter) und Ruhestand (höheres Alter) überholt. Stattdessen postulieren die Forscher in ihrer zweiten gemeinsamen Publikation nach "Die Zukunftsgesellschaft" (2005) die Segmentierung in fünf Lebensabschnitte mit jeweils eigener Charakteristik: die Generation U20 als Generation Zukunft, Ü20 bis 40 als Familienplaner und Existenzgründer, Ü40 bis 60 als Best Ager, Ü60 bis 80 als Ausbalancierer und die Generation Ü80 als Beziehungsförderer.

Jeder Altersgruppe geben sie Handlungsempfehlungen für lebensprägende Themen mit: etwa Gesundheit, Familie, Beruf, Wohnen, Freizeit oder Medien. Eine gleichermaßen zentrale wie auch etwas paradoxe Rolle nimmt das Thema Zeitwohlstand/-notstand ein: Obwohl sie in nur drei Generationen 225.000 Lebensstunden dazugewonnen haben, empfinden knapp 80 Prozent der Menschen, die in Österreich und Deutschland befragt wurden, wenigstens gelegentlich das Gefühl eines akuten Zeitdefizits. Zugleich wird die sinnvolle Gestaltung der verlängerten Lebenszeit die maßgebliche Herausforderung für das Alter.

Information

Sachbuch

Du hast fünf Leben! -
Ein Wegweiser durch die Fünf-Generationen-Gesellschaft der Zukunft

Horst Opaschowski und Peter Zellmann.

Manz, Wien 2018

178 Seiten, 21,90 Euro

Familie weiter Grundmodell

An einigen neuralgischen Punkten erwarten die Forscher keine dramatischen Abweichungen von der heutigen Lebenspraxis. So sehen sie die Familie weiter als "Grundmodell für gelebten Gemeinsinn". Und auch für die Zukunft orten sie, allen flexiblen Modellen zum Trotz, eine Sehnsucht von Berufstätigen nach dem fixen Arbeitsplatz, dem "zweiten Zuhause". Andere Erkenntnisse muten überraschend - auch überraschend optimistisch - an. So prophezeien die Autoren eine verstärkte Solidarität zwischen den Generationen: "In Zukunft werden die Generationenbeziehungen zwischen Enkeln, Kindern, Eltern und Großeltern eine größere Bedeutung haben als etwa die Beziehungen zu Geschwistern, Cousinen und Vettern." Außerdem bekunden sie eine wachsende Hoffnung, "dass die Menschen künftig ihr Leben wieder mehr selbst aktiv gestalten" und konstatieren eine Entwicklung "von der Flucht in die Sinne zur Suche nach dem Sinn".





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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-09-21 16:45:21
Letzte Änderung am 2018-09-23 15:04:49


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