Den Finger auf die Unausweichlichkeit: Daniel Wisser. - © J. Zinner

Literatur

Wie das Tabu in die Sprache kommt10

  • Der aus Klagenfurt gebürtige Autor und Musiker Daniel Wisser hat mit "Königin der Berge" einen berührenden und unterhaltsamen Roman zum Thema Sterbehilfe vorgelegt, mit dem er für den Österreichischen Buchpreis nominiert ist. Eine Begegnung.

Als Mitglied des Ersten Wiener Heimorgelorchesters hat der Mann schon oft genug bewiesen, dass ihm der Schalk im Nacken sitzt. Erst zu Beginn dieses Jahres etwa sorgte der standesgemäß auf die Sprache als hier sehr gerne zentrales Rohmaterial verweisende Albumtitel "Die Letten werden die Esten sein" (nach vorangegangenen Hits wie... weiter





Krimi

Mord im Jobcenter3

  • Stefan Peters: "Strenge Rechnung"

Eigentlich fühlt sich Michael Bogner wohl in seinem Job als Arbeitslosenberater. Doch dann wird die Firma komplett umgebaut, weil ein neues EU-Projekt an Land gezogen wurde. Dass das nicht ganz legal sein dürfte, ist rasch klar, zumal die Bosse der beteiligten Unternehmen sterben wie die Fliegen. Weil Bogner die Augen davor nicht verschließen kann... weiter




Tragikomödie

Liebe, Tod und Trauer

  • Stéphane Jougla: "Gabrielles verborgener Garten" - die passende Lektüre für Allerseelen.

Als der Erzähler und seine schwangere Frau ihre potenzielle neue Wohnung begutachten, ahnen sie noch nicht die tragische Geschichte, die dahinter steht. Der Leser hingegen erfährt sie bald: Denn hier wohnte schon einmal ein glückliches junges Paar - bis Gabrielle bei einem Unfall starb und Martin alleine zurückblieb, und nach und nach verwahrloste... weiter




Psycho-Krimi

Wahre Morde

  • Axel Petermann & Claus Cornelius Fischer: "Die Elemente des Todes" oder ein Katz-und-Maus-Spiel zwischen Täter und Ermittlern.

Bei Axel Petermann und Claus Cornelius Fischer ist der mehrfache Mörder in den 1990ern von Anfang an bekannt – die Polizei muss ihn jedoch erst überführen. Die zwei Autoren erzählen dabei die wahre Geschichte (mit geänderten Daten zwecks Persönlichkeitsschutz) aus beiden Perspektiven und mit Rückblenden... weiter




Literatur

Seelenfänger1

  • Ein mythensatter Psychothriller: "Der Vogelgott" von Susanne Röckel

Konrad Weyde ist ein gestrenger Vater - und Vogelkundler aus Passion. Sagenumwobene Greifvögel locken ihn in ein unheimliches, ex-koloniales Afrika mit martialischer Ethnie. Das Jagdfieber des Präparators ist entfacht, als er des mythischen Riesenvogels ansichtig wird. Das gibt Probleme, wird der Greif doch in barbarischen Kulten als Gott verehrt... weiter




Textarbeit über Ahnensuche und Gewalt, Krieg und Terror in Russland: Sergej Lebedew. - © Brunner

Literatur

Eine Sprache für Unaussprechliches6

  • "Wenn ich nicht von ihnen erzähle, werden sie einfach verschwinden." Der russische Schriftsteller Sergej Lebedew arbeitet in seinem aktuellen Roman, "Kronos’ Kinder", seine deutschen Wurzeln auf. Keine Wohlfühlliteratur.

Es gibt Orte, die sind ein Mysterium. Für den kleinen Kirill ist der deutsche Friedhof in Moskau solch ein Ort. Jeden Samstag bittet seine Großmutter ihn, sie bei ihrem Gang auf den Friedhof zu begleiten. Und jede Woche geht Kirill mit, obwohl er sich insgeheim fragt: Was haben wir Russen bloß mit diesem rätselhaften Ort zu schaffen - mit seinen... weiter




Buchstäblich ein Welt-Autor: Der kanadische Schriftsteller Michael Ondaatje. - © Ulf Andersen/Gamma-Rapho via Getty Images

Literatur

Das Wesentliche liegt im Dunklen

  • Michael Ondaatjes Roman "Kriegslicht" schildert das London der Nachkriegsjahre als geisterhafte Schattenwelt.

England, kurz nach Kriegsende: Die Eltern eröffnen dem (in der Ich-Form erzählenden) 14-jährigen Nathaniel und seiner etwas älteren Schwester Rachel, sie müssten wegen eines beruflichen Einsatzes des Vaters für ungefähr ein Jahr nach Singapur. Sie lassen die Kinder in London in der Obhut eines Mannes zurück... weiter




- © Corbis/VCG via Getty Images

Literatur

Aufklärung, die vom Himmel fällt

  • Günter Wels beleuchtet in seinem Roman-Debüt "Edelweiß" die wenig bekannte Geschichte österreichischer Fallschirmagenten im Dienst der Alliierten und hinterfragt den Stellenwert von Moral, Idealismus und Verrat.

Etwa 150 Widerstandskämpfer hatten sich während des Zweiten Weltkrieges den Alliierten als Funk- und Fallschirmagenten zur Verfügung gestellt. Die meisten gerieten bei ihren gefährlichen Aktionen in die Fänge der Gestapo, wurden gefoltert, kamen in vielen Fällen zu Tode. Ausgehend von diesen geschichtlichen Fakten entwirft der oberösterreichische... weiter




Literatur

Bilder des Terrors

  • Frederika Amalia Finkelstein erzählt vom "Überleben" nach den Pariser Anschlägen vom November 2015.

"Ein Gesicht entspricht einem Körper; das mag selbstverständlich sein, ja, aber ich schwöre Ihnen, dass auf diesem Foto die Vorstellung dessen, was Menschsein bedeutet, unklar ist, und die Idee eines Kopfes pro Körper ist es ebenso." Ein Foto von den Toten im Konzertsaal Bataclan nach den Anschlägen vom 13... weiter




Erlesen

Ein Lebensroman in Briefen und Dokumenten1

Eine gute Freundschaft im landläufigen Sinn war sie nicht, jene zwischen Arthur Schnitzler und Hermann Bahr, im landläufigen Sinn (außer vielleicht einige kurze Jahre lang), aber dafür umso mehr im übertragenen, literarischen Sinn. Und zu unser aller Glück ist daraus nun ein dickes Buch geworden (Hermann Bahr / Arthur Schnitzler: Briefwechsel... weiter




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