Literatur

Spurensuche im eigenen Leben1

  • Hoch poetisch: "Der rote Schal" von Yves Bonnefoy.

Der namhafte französische Lyriker Yves Bonnefoy (1923-2016) spürt in diesem Band, der ganz zu Ende seines Lebens entstand, seiner eigenen Geschichte und der seiner Eltern nach. Anhand eines vor langer Zeit angefangenen und niemals fertiggestellten Gedichts, dessen Anspielungen und Hinweise ihm selbst erst in der Arbeit des Schreibens klarer werden... weiter





Krimi

Tödlicher Kakao

  • Tom Hillenbrand: "Bittere Schokolade" - ein Krimi mit Unterhaltungs- und Mehrwert.

Nach Rationalität darf man bei Tom Hillenbrands Luxemburger Kulinarik-Krimis nicht fragen. Denn sinnvoll ist das nicht, dass ein Koch, nachdem seine Jugendliebe vor seinen Augen ermordet wurde, der Polizei wesentliche Informationen vorenthält und auf eigene Faust schnüffelt (und dich damit natürlich in Gefahr bringt)... weiter




Ein genauer Beobachter: Janko Ferk. - © Günther Pichlkostner/First Look/picturedesk.com

Literatur

Aus dem großen See der Wörter1

  • Der österreichische Schriftsteller Janko Ferk wartet mit so lustvoll wie feinsinnig gefertigten Kürzestgeschichten auf.

In einem Zug von Klagenfurt nach Wien, in den nach dem Aussteigen einer aufgeregt lärmenden und herumwuselnden Schülergruppe etwas Ruhe Einzug gehalten hat, sitzt ein Autor in einem Abteil und schreibt. Er hat eine Schreibunterlage auf den Knien, neben ihm liegt eine zerknautschte Tasche, in der sich mindestens zehn Bücher und etwas Wäsche befinden... weiter




Psychothriller

In der Sekte

  • Helen Callaghan schildert in "Lügen. Nichts als Lügen" die fatale Abhängigkeit von einem selbsternannten Guru.

Als Sophia die erhängte Leiche ihrer Mutter findet und daneben ihren schwerverletzten Vater, ist ihr sofort klar: Das kann kein Suizid mit Mordversuch gewesen sein. Doch was wirklich hinter der Tat steht, zieht ihr den Boden unter den Füßen weg. Denn Sophia findet Tagebücher, die ihre Mutter für sie geschrieben hat und offenbar veröffentlichen... weiter




Gestaltet mit großem Kalkül: Verena Roßbacher. - © Elmar Kremser/dpa Picture Alliance/picturedesk.com

Literatur

Eine Art ständiges Dräuen1

  • Die österreichische Schriftstellerin Verena Roßbacher vermengt - dramaturgisch versiert - Sein und Schein: Ihr neuer Roman, "Ich war Diener im Hause Hobbs", hat doppelten Boden.

Verena Roßbachers dritter Roman, "Ich war Diener im Hause Hobbs" (nach "Verlangen nach Drachen" und "Schätzen und Schlachten"), ist mit großem Kalkül gestaltet. Die Autorin riskiert das Spiel mit einer passiven Hauptfigur, die eigenschaftslos bleibt ("ich bin eine Schlaftablette, die nicht richtig wirkte" ist gleich mehrfach zu finden... weiter




Literatur

Brillanter Geist1

  • Ein Brevier des ausschweifenden "Notierers" Joseph Joubert.

"Die Notiz ist besser als das Buch", befand Joseph Joubert (1754-1824) und ließ sein schweifendes Denken in 205 Notizbücher einfließen: Es sind Beobachtungen, Aperçus und Mikro-Essays über Kunst, Religion, Ethik, Politik - und über das komplexe Verhältnis von Sprache und Denken. Die erste Publikation der Notate in Buchform besorgte Chateaubriand... weiter




Literatur

Tyrannei und Schweigen2

  • Natascha Wodins autobiografischer Bericht "Irgendwo in diesem Dunkel".

Für "Sie kam aus Mariupol" erhielt Natascha Wodin 2017, sehr zurecht, den Preis der Leipziger Buchmesse. Nicht nur erforschte Wodin darin die Leidensbiografie ihrer Mutter, sie zeigte zugleich am Schicksal der osteuropäischen Zwangsarbeiter ein weithin unbekanntes Kapitel in der Gewaltgeschichte des 20. Jahrhunderts... weiter




Dermatologe und Autor mit ironieversetzter Fabuliergabe: Andreas Schindl. - © Martina Hackenberg/WZ

Literatur

Reizvolles Scheitern einer Utopie3

  • Der österreichische Autor Andreas Schindl erinnert mit seinem Romandebüt "Paurs Traum" an das wahnhafte Individualprojekt eines Advokaten und Freimaurers.

Andreas Schindls Debütroman handelt von der Vision eines Advokaten und Freimaurers in der theresianischen Epoche, der eine "ideale Stadt" konzipiert. Das Sujet und dessen Urheber und Betreiber sind keine Erfindung des Wiener Dermatologen und Fachbuchautors, denn der Hofadvokat Leopold Paur lebte tatsächlich unter der Herrschaft der Erzherzogin und... weiter




Literatur

Gut- und Wutbürger2

  • Der österreichische Autor Vladimir Vertlib ergründet die Polarisierung der Gesellschaft mit großer Sensibilität und Ironie.

Viktor Levin, Protagonist von Vladimir Vertlibs neuem Roman, ist ein hilfsbereiter Mensch. Als 2015 die großen Flüchtlingsströme nach Europa drängen, kümmert er sich in Freilassing mit anderen freiwilligen Helfern um die Gestrandeten - auch deshalb, um der Gesellschaft etwas zurückzugeben: Viktor ist russischer Jude und als Flüchtlingskind mit... weiter




Literatur

Und morgen verschwindest du

  • Jérôme Leroys Roman noir "Die Verdunkelten" führt in eine apokalyptische Welt von morgen.

Nach der Pariser Anschlagsserie im Jänner 2015 griff in der französischen Gesellschaft ein seltsames Phänomen um sich: Tausende Menschen, angefangen von der Mutter kleiner Kinder bis zum Unternehmer, verließen ganz unvermittelt ihre Familien und ihr Heim und verschwanden spurlos. Man nannte sie in Geheimdienst- und Regierungskreisen "die... weiter




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