Private und musikalische Veränderungen: Van Etten. - © Ryan Pfluger

Pop

Sharon Van Ettens Wandel mit Zuversicht3

  • Die US-Musikerin überrascht auf ihrem neuen Album mit raffiniertem Elektroniksound und eingängigen Popmelodien.

Nach fast fünfjähriger Veröffentlichungspause - nur unterbrochen von der EP "I Don’t Want To Let You Down" mit fünf Songs, die ursprünglich für das Vorgängeralbum geschrieben wurden - meldet sich Sharon Van Etten mit ihrem neuen Studioalbum, "Remind Me Tomorrow", in geändertem musikalischem Outfit zurück... weiter




Konzertkritik

Die Spannung der Stille3

  • Michael Tilson Thomas dirigierte Mahlers Neunte Symphonie mit den Wiener Philharmonikern im Musikverein.

Die Stille zwischen den Noten ist, wie wenn "Schnee auf Schnee fällt", sagte einst Claudio Abbado. Diese poetisch aufgeladene Vorstellung erscheint ein schöner Zugang zur Neunten Symphonie Gustav Mahlers. Dieses "Nichts an Klang", das man dennoch akustisch erfahren kann, haben die Wiener Philharmoniker unter Michael Tilson Thomas eindrucksvoll... weiter





Die neue Leichtigkeit: Songwriter James Blake. - © Amanda Charchian

Pop

James Blake entdeckt die Liebe5

  • Der britische Songwriter gibt sich auf seinem neuen Album ungewohnt greifbar und positiv. Das hat gute Gründe.

Vom britischen Kulturtheoretiker Mark Fisher ist der Satz überliefert, dass der Konsum von James-Blake-Musik in chronologischer Abfolge der Erfahrung gleichkommt, einem Geist dabei zuzuhören, wie er stufenweise Gestalt annimmt. Und es ist tatsächlich schwer zu glauben, dass der adressierte Songwriter diese Einschätzung aus dem Jahr 2013... weiter




Ans Licht: Die Türen geistern durch den Hallraum. - © Markus S Fiedler

Pop

Die Türen: Lieder, die ins Kraut schießen3

  • Die Band aus Berlin veröffentlicht mit "Exoterik" ein tolles und überbordendes neues Album.

Es beginnt rhythmisch noch sehr entspannt auf einem gemächlichen Bassgroove mit prototypisch sparsamen Zeilen, die sich nur mit großer Mühe nicht als Lob des Müßiggangs, der Kontemplation und - ja! - der Leistungsverweigerung lesen lassen: "Heute ist Welthundetag / Und wir gehen in den Park / Lassen uns kraulen / Hundeseele baumeln"... weiter




Wiener Symphoniker

Die Unwägbarkeiten von Körper und Klang1

Das Cellokonzert von Antonín Dvořák gehört zum Standardrepertoire Gautier Capuçons, eine Aufnahme gibt es etwa mit Paavo Järvi und dem hr-Sinfonieorchester. Nun präsentiert er es unter Alan Gilbert gemeinsam mit den Wiener Symphonikern. Gilbert wählt dabei den Weg der Mitte, sprich, er vermeidet Extreme... weiter




Konzertkritik

In der Kraftkammer2

  • Intensiv: Trio-Abend mit Pianist Daniil Trifonov.

(irr) Es ist ein wenig wie mit der russischen Puppe, in der eine Miniatur ihrer selbst steckt: Als Sergei Rachmaninow sein Klaviertrio in d-Moll schrieb, widmete er es seinem eben verstorbenen Mentor Piotr Tschaikowski - und lieh sich einige Noten aus dessen berühmtem Trio, das selbst einen Todesfall betrauerte... weiter




Mit Grummelstimme: Micah P. Hinson - © Veranstalter

Pop

Micah P. Hinson: Apokalypse mit Gitarre6

  • Der US-Songwriter kommt am Freitag ins Wiener Chelsea.

Eine kurze Kulturgeschichte seiner Albumcover legt nahe, dass der Mann eine Vorliebe für Frauen und Schusswaffen hat. Erstere spiegelte sich nicht nur auf seinem 2009 veröffentlichten Album "All Dressed Up And Smelling Of Strangers" mit Neuinterpretationen etwa des alten Schwerenöters Leonard Cohen ("Suzanne")... weiter




Die Ausweglosigkeit in einer Schneelandschaft beschwören Händl Klaus und Beat Furrer. - © Monika Rittershaus

Opernkritik

Bilder der Kälte1

  • Beat Furrers Oper "Violetter Schnee" wurde in Berlin uraufgeführt.

Beat Furrer hat Glück. Oder prophetische Fähigkeiten: Wie zuletzt Michel Houellebecq in der Literatur, gelang dem Wahlösterreicher mit seinem neuen Werk "Violetter Schnee" ungeachtet der langen Vorbereitungszeit die Oper zur Stunde. In Furrers Stück, das am Sonntag an der Berliner Staatsoper umjubelte Uraufführung feierte... weiter




Götterszene: Tomasz Konieczny (Wotan) mit Sophie Koch (Fricka). - © Wiener Staatsoper/Michael Pöhn

Opernkritik

Mit Furor zum Feuerzauber5

  • Packend, aber nicht ganz ideal besetzt: "Die Walküre" an der Staatsoper.

Die Untertitel-Anlage sprang erst nach 30 Minuten an, auch der Elan ließ auf sich warten: Als die Staatsoper am Samstag Wagners "Ring des Nibelungen" fortsetzte, herrschte zu Beginn dieser "Walküre" vor allem gute Ordnung. Das Orchester stellte seine Noten sauber im Luftraum ab - was keine Meisterleistung war... weiter




Kostümtheater in der Anstalt: Lyonel (Ilker Arcayürek) wirbt um Lady Harriet (Kim-Lillian Strebel). - © Werner Kmetitsch

Opernkritik

Martha, Martha, du entschwandest8

  • Die Oper Graz müht sich redlich, Friedrich von Flotows Opernhit wiederzubeleben.

Schon einmal Adolphe Adams "Postillon de Lonjumeau" auf der Bühne gesehen? Oder von Friedrich von Flotows "Martha" mehr mitbekommen als "Ach so fromm, ach so traut" und die "Letzte Rose" im Opern-Wunschkonzert? Die Dauerbrenner von einst sind nur noch theoretische Größen. Flotows "Martha" hat sich in diesem Jahrtausend immerhin in die Wiener... weiter




Konzertkritik

Mit blitzblankem Blech3

  • Das Mariinski Orchester unter Valery Gergiev in Wien.

Das Verzeichnis von Tschaikowskis Orchesterwerken ist lang. Auf dem Gebiet der Symphonik schuf der Russe sechs Kompositionen, von denen im heutigen Konzertleben meist nur die letzten drei zu hören sind. Im Wiener Konzerthaus präsentierten Valery Gergiev und das Mariinski Orchester jüngst alle Symphonien; an drei Abenden in Folge spielten die... weiter




Jazz-CD

Johannes Berauer: Vienna Chamber Diaries Vol. II

  • Ein Album zwischen Jazz und Kammermusik.

Schon ungewöhnlich für ein Jazz-Album: Johannes Berauer hat diese CD herausgebracht, ist darauf aber nicht selbst zu hören. Es handelt sich aber auch um eine Fusion aus Kammermusik und Jazz. Berauer, österreichischer Pianist und Komponist, hat die Noten gesetzt, Kollegen wie Akkordeonist Christian Bakanic... weiter




Pop-CD

Die sanfte Wucht des Steve Gunn

  • Der US-Songwriter kommt mit seinem neuen Album "The Unseen In Between" nach Wien.

Mit jedem neuen Album bestätigt und verfestigt Steve Gunn seinen Ruf als exzellenter Songschreiber und virtuoser Gitarrist. Der New Yorker hat nicht nur das richtige Gespür für eingängigmelodische und zugleich ausgeklügelte Songs, er stattet sie auch ganz nonchalant mit einer sanften Wucht und unaufdringlichen Intensität aus... weiter




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