• vom 17.07.1998, 00:00 Uhr

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Update: 02.03.2005, 09:02 Uhr

Musik

4-XANG: 4-XANG




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Von Reinhold Aumaier

  • 4 XANGs-Typen für alle Fälle

http://www.wienerzeitung.at/bilder/pop/xang.jpg Wilfried, Heinz, Klaus, EiK machen World/Folk/Kabarett/Austro. Oder: 4 g'standene Mannsbilder entbieten anhand ihrer besten Stücke, der Kehlköpfe nämlich, allerlei Singsang aus den vier


genannten Stilrichtungen. Teils a cappella, teils mit Instrumentalbegleitung. Erstes (Vor-)Urteil: So wie sich die vier sehr eigenständigen Stimmen gut mischen, so ist auch die stilistische 4-Teilung

eine abwechslungsreiche Angelegenheit. Nur das Kabarettistische dürfte live - also äuglings - besser ankommen als in Form der puren Fütterung fürs Ohr.

Ihre Art, deftig-bodenständig, humoristisch-blödelnd, gefühlig und virtuos zu g'sangeln, hat mehr als genug Vorläufer. Der 4-XANG kann es sich leisten, augen- bzw. stimmbandzwinkernd daran zu

erinnern, weil er von der Quelle weg singt - einen eigenen Blues draufhat und ihn gekonnt darzubieten versteht. Manchmal sind sie wirklich ganz komödiantische Harmonists, dann klingen sie nach einem

der typischen Grenzlandchöre, um gleich darauf eine Prise Manhattan Transfer drüberzustreuen. Doch auch als fliegende Streikposten könnten sie gut und gerne durchgehen.

Am Beginn ist der Vorstellungsgesang; die Visitenkarte, auf der alles draufsteht, was es mitzuteilen gibt. Die "4-XANG-Hymne" als kleine, humorvolle (Selbst-)Stärkung zum Durchstarten, denn: "'s

Leben ist kurz, der Tod ist lang, dazwischen liegt der Viergesang." Dieser kurzen und schmerzvollen Erkenntnis folgt ein ausführliches Potpourri namens "Mädli". Eine Mischkulanz der russisch-

italienisch-französisch-deutsch-irisch-amerikanisch und sonstwelchen Machart; eine "liederliche" Weltreise vom Typus: "Ich erzeug' heute Fernweh, kommst mit?!". Gern, und nichts wie auf und davon für

knapp fünf Minuten, denn im nächsten Gsangl wird eh schon wieder vor der eigenen Haustür gegrundelt . . .

Die zwoa "Pfeifferlbuam" vom Grundlsee kommen zu volksmusikalisch ungetrübten Ehren. Die krawattltenoral aufbereitete Canzonetta "A casa d'Irene" dürfte laut Publikumsreaktionen auch optisch ein

ziemlicher Hammer sein; man lacht sozusagen ung'schaute mit. Der nicht ganz unbekannte Hadern "The Doo Run Run" wird gegen Ende eine Spur verjodelt, aber nicht verdodelt. Dies eine der 4-XANG-

Stärken: g'spaßig sein im besseren Sinn, gewisse Geschmacksgrenzen kaum oder selten über- bzw. unterschreiten. Gut blödeln ist auch eine Kunst. Der kommen sie beim selbstbezichtigenden Eigenbau

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Schlagwörter

Musik, Pop, CD, Pop-CD

Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 1998-07-17 00:00:00
Letzte Änderung am 2005-03-02 09:02:00


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