• vom 21.01.2018, 07:00 Uhr

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Pop-CD

Songs aus dem Hochdruck-Kochtopf




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Von Heimo Mürzl

  • Mehr Noise statt Experiment: "Snares Like A Haircut" von No Age.

No Age Cover

No Age Cover© Drag City No Age Cover© Drag City

Information

No Age

Snares Like A Haircut

(Drag City)

Für seinen Bandnamen belehnte das aus Randy Randall (Gitarre) und Dean Allen Spunt (Schlagzeug und Gesang) bestehende Noiserock-Duo No Age aus Los Angeles den Albumtitel einer Kompilation des legendären SST-Labels. Wir sprechen von jenem Label, das auch Hüsker Dü betreute. Hüsker Dü gilt bis heute als die Band, die Lärm, Geschwindigkeit und Melodie am gelungensten miteinander verknüpfte und Noiserock und Hardcore über das Nischenpublikum hinaus salonfähig machte. Mit ihrem fünften Studioalbum, "Snares Like A Haircut", beweisen No Age mit Intensität, Energie und gestrafftem Krach nicht nur, dass die Kombination aus Gitarre, Schlagzeug, Stimme und Samples noch immer prächtig funktioniert. Sie beweisen auch, dass die Genres Noiserock, Punkrock und Hardcore noch immer einiges zu bieten haben. Das Duo wechselte für diese Produktion von Sub Pop zu Drag City und überrascht nun mit einer Rückbesinnung auf seine Anfänge - es dröhnt, es kracht, es scheppert, und doch klingt stets eine hübsche Melodie durch.

Die Songs haben wieder mehr Biss als auf dem Vorgänger, "An Object", bei dem Experiment und Soundtüftelei im Vordergrund standen. Die Gitarren bestimmen das Tempo, das energische Schlagzeug sorgt für einen erhöhten Pulsschlag und der Sound von Referenzgrößen wie Sonic Youth, Hüsker Dü, Shellac, Dinosaur Jr. und Wipers wird auf das Essenzielle komprimiert. So entstanden Songs aus dem Hochdruck-Kochtopf, die im Zusammenspiel mit mehr als einem Schuss Pop-Appeal eine geradezu euphorisierende Wirkung hervorrufen: "Soft Collar Fad", "Drippy" und "Cruise Control" seien beispielgebend genannt. Der allzu simplen Rückkehr zu den Wurzeln erteilen No Age aber eine Absage: "Noise, Punk und Hardcore sind zwar die Basis für unsere Musik, aber nur ein kleiner Teil unserer Arbeit."

Auf jeden Fall ist "Snares Like A Haircut" ein Album mit dem richtigen Punch und die Musik darauf nicht nur das passende Gegengift zum Mainstream. Hier wird auch die immer beliebiger werdende Indie-Szene mit unerbittlicher Wucht ins Visier genommen.



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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-01-19 10:32:03
Letzte ─nderung am 2018-01-19 16:20:02




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