Spätes Debüt: William Christie, 73, leitet am Samstag erstmals eine Staatsopernpremiere. - © Denis Rouvre

Interview

"Wir gaben dieser Musik ihre Stimme"9

  • Barock-Dirigent William Christie über die Karriere des Originalklangs, Jazzvergleiche und "Ariodante" an der Staatsoper.

Wien. Seinesgleichen gibt es nicht mehr viele: William Christie ist eine Ikone des Originalklangs. 1944 in den USA geboren, befasste er sich schon zur Hippie-Zeit mit der Barockmusik; 1971 übersiedelte Christie nach Paris und gründete sein Ensemble Les Arts Florissants, das der Alten Musik mit einer agilen Lesart Beine machte... weiter





Konzertkritik

Erbarmungslos schön3

  • Pierre-Laurent Aimard gastierte im Musikverein.

Der französische Pianist Pierre-Laurent Aimard ist berühmt für seine vergeistigten, durchdachten Programme. Im Musikverein spannte er den Bogen vom Absolutismus einer Beethoven’schen Hammerklavier-Sonate bis hin zum zugegebenen György Kurtág perfekt. Unprätentiös, fast nichtig, bisweilen in Einsatzgenauigkeit noch recht kreativ... weiter




Claus Guth schuf packende Bilder für die emotionale Sprengkraft von Händels "Saul". - © Monika Rittershaus

Musiktheater

Der Irrsinn der Macht3

  • Musiktheater im besten Sinn: Händels Oratorium "Saul" an der Wien.

Es sind kollektive Sehnsuchtsbilder, die Claus Guth verhandelt. Im konkreten Fall das Sehnen nach einem strahlenden Helden. Nach einem, der unbesiegbar scheint, von nichts und niemandem korrumpiert. Einer, der sich abhebt von den anderen, der Lebendigkeit und Glanz in die graue Alltäglichkeit oder gar Tristesse bringt... weiter




Konzertkritik

Drei Säulen auf unsicherem Fundament2

Aus drei Säulen, so Barbara Rett in ihren einleitenden Worten, bestehe diese Matinee im Konzerthaus: nämlich aus dem Jungpianisten Daniil Trifonov, dem Dirigenten Lahav Shani und dem Komponisten der Symphonie Nr. 5 (B-Dur), Sergej Prokofjew. Jeder der drei sei eine Kostbarkeit, so Rett in gewohnt schmeichelnder Manier... weiter




Konzertkritik

Spiellaune und Schwung

Charles Ives gilt als einer der wichtigsten US-amerikanischen Komponisten. Sein Werk wird dennoch relativ selten aufgeführt. Da braucht es schon einen (Süd-) Amerikaner, der das initiiert - zumindest für Wien. Gustavo Dudamel dirigiert Ives’ Zweite Symphonie, die Philharmoniker folgen andächtig... weiter




Konzertkritik

"Alles Walzer" in der Wiener Moderne

Die klassische Musik tritt auf der Stelle: Nicht nur werden 100-jährige Werke als "Neue Musik" bezeichnet, auch hat solche Musik im Konzertbetrieb nach wie vor einen schweren Stand. Dem trotzt das Klangforum Wien mit leiser Ironie, wenn es sein den Ursprüngen dieses "Neuen" gewidmetes Mini-Festival "Festliche Tage Alter Musik" nennt... weiter




Matteo Loi (Golaud), Anna Gillingham (Mélisande). - © Herwig Prammer

Opernkritik

Die Elfe pfeift drauf2

  • "Pelléas et Mélisande", politisch korrekt gedeutet an der Kammeroper.

Das Thema Schrumpfen ist groß im Kommen: Nicht nur sind dazu zwei neue Kino-Filme entstanden, auch die Wiener Kammeroper weiß um den Reiz. Dort bescheidet man sich seit längerem nicht mehr mit Werken, die für kleine Bühne erdacht wurden; man experimentiert mit Mini-Fassungen von Repertoirestücken. Dabei wird nicht nur einiges an Orchesterballast... weiter




Konzert

Dynamisch italienisches Duo45

Ohne gehässig sein zu wollen: Manche Konzertbesucher in Europas Großstädten mochten die Intimität zu Hugo Wolfs "Italienischem Liederbuch" bei der Februar-Tournee von Diana Damrau und Jonas Kaufmann missen. Hierzulande wurde deutlich, dass es doch nur einen Goldenen Musikvereinssaal weltweit gibt. Und der steht eben in Wien. Glückliche Wienerstadt... weiter




Holte sich seinen Grammy am Nachmittag und saß während der Gala beim Abendessen: Dirigent Hans Graf (l.), hier mit dem Aufnahmeleiter der "Wozzeck"-Einspielung, Brad Sayles. - © apa/afp/Getty/Theo WargoVideo

Interview

Die Agentin sagte: "Das ist der Todeskuss"2

  • Dirigent Hans Graf hat in Texas "Wozzeck" aufgenommen und einen Grammy gewonnen. Ein Interview über ein Herzensprojekt.

Wer ist Hans Graf? In Österreich ist sein Stern nie ganz aufgegangen. 1949 in Marchtrenk geboren, wurde der Oberösterreicher in Graz zum Dirigenten ausgebildet; erste Sporen verdiente er sich im Nahen Osten beim Nationalorchester des Irak. Danach ließ er hierzulande aufhorchen: 1979 gewann Graf den Karl-Böhm-Wettbewerb in Salzburg; es folgten zehn... weiter




Ein gewinnender Spielmacher: Adrian Eröd. - © Staatsoper/Pöhn

Opernkritik

Neuer Wein in bewährten Schläuchen17

  • "Der Barbier von Sevilla", geschmackvoll besetzt, an der Wiener Staatsoper.

Die 419. Aufführung von Rossinis "Barbier von Sevilla" nach der Regie von Günther Rennert an der Wiener Staatsoper: 419 Mal dieselbe Hausfassade. 419 Mal dieselben Kostüme. 419 Mal "Figaro, Figaro, Figaro!". Der Vorhang hebt sich, und schnell ist man alle Vorurteile und Befürchtungen los: Diese Inszenierung ist wie guter Wein: ein mit den Jahren... weiter




Debüt bei der Mozartwoche: Piotr Anderszewski. - © ap/Michal Dolezal

Konzertkritik

Klotz am Bein5

  • Enttäuschender Mozart mit Piotr Anderszewski und Alain Altinoglu in Salzburg.

Es geht dem Herrn Mozart in der ihm zu Ehren veranstalteten Woche leider nicht immer ganz so gut, wie es der Anlass eigentlich nahelegen würde. Etwa dann, wenn Leute zusammenkommen, deren offenkundig einzige Gemeinsamkeit die ist, dass sie mit Musik ihr Brot verdienen. Am Mittwoch im Großen Festspielhaus waren das: der aus Frankreich stammende... weiter




Dirigent Riccardo Minasi: "Wenn wir immer nur die gleichen Stücke spielen, wird der Konzertbetrieb zu einem Hund, der sich selbst in den Schwanz beißt." - © Mozarteum/Drew Gardner

Interview

Saitenwechsel3

  • Mit dem Geiger Riccardo Minasi hat ein Alte-Musik-Spezialist das Mozarteum Orchester als Chefdirigent übernommen.

Salzburg. In einem kleinen Musikgeschäft hinter dem römischen Bahnhof. Der Inhaber entfernt von den billigen Geigen made in China die mitgelieferten, alles andere als hochwertigen Darmseiten. Für den Verkauf versieht er sie mit modernen Saiten, die schwarzen, roten und beigen chinesischen wandern in den Müll... weiter




Konzertkritik

Impressionismus mit Störgeräuschen1

  • Daniel Barenboims Klavierrecital bei der Salzburger Mozartwoche.

Der Verdacht lag nahe, dass am Montag in den Mittagsstunden sogar Daniel Barenboim, der große Philanthrop unter der Musiker-Prominenz, innerhalb einer Dreiviertelstunde zum Menschenhasser geworden ist. Nun ja, Hasser vielleicht doch nicht, dazu ist Barenboim zu edlen Gemüts... Aber ein gewaltiges G’wirks war es halt doch... weiter




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Bille August.

Am Donnerstag, 15. Februar 2018, ging die Eröffnung der 68. Berlinale über den roten Teppich. Zahlreiche Stars aus nah und fern waren mit dabei.

Wissensdurstig, neugierig, seelenvoll und nachdenklich sieht David Bowie auf den Aufnahmen aus. Hier in August Wallas Zimmer. Die 75. Golden Globes wurden zur Bühne der Frauen mit einer Kampfansage an Sexismus, Missbrauch und Benachteiligungn. "Ich möchte, dass heute alle Mädchen wissen, dass ein neues Zeitalter am Horizont anbricht", sagte die US-Entertainerin Oprah Winfrey in ihrer Dankesrede nach Empfang des Ehrenpreises für ihr Lebenswerk - und rührte viele im Saal zu Tränen. "Zu lang wurden Frauen nicht angehört oder ihnen wurde nicht geglaubt, wenn sie den Mut hatten, gegen die Macht von Männern aufzubegehren." Deren Tage seien nun gezählt. Jetzt müssten alle dafür kämpfen, dass es in Zukunft niemanden mehr gibt, der als Opfer "Me too" sagen muss, mahnte Winfrey. Zur ganzen Rede


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