• vom 30.11.2018, 16:05 Uhr

Klassik/Oper

Update: 30.11.2018, 16:28 Uhr

Konzertkritik

Eine Frage der Zeit




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Von Katharina Hirschmann

  • Die Deutsche Kammerphilharmonie im Musikverein.

Dass Paavo Järvi mit einem reinen Wiener-Klassik-Programm im Musikverein gastiert, ist erfrischend und hat den einfachen Grund, dass er von Hausherr Thomas Angyan darum gebeten wurde. Der Dirigent erzählte es der "Wiener Zeitung" jüngst in einem Interview.

Das Zutrauen, das man ihm in dieser Hinsicht entgegenbringt, bestätigt sich am Donnerstag, in der ersten von drei Aufführungen, einigermaßen. Etwa in Haydns D-Dur-Symphonie "Die Uhr", die Järvi durch grobe Tempowechsel belebt und die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen kraftvoll erstrahlen lässt. Gut ausphrasiert, wenn auch im Charakter nicht federnd. Eher gleicht der Schritt im Andante einem Stapfen, das dann zunehmend an Gewicht zulegt und zu einem Stampfen wird.

Information

Konzert

Deutsche Kammerphilharmonie Bremen

Musikverein

Einen ähnlichen Zugang wählt er übrigens für Schuberts Sechste Symphonie in C-Dur, die am Schluss erklingt. Auch hier stehen scharfe Kontraste und schwere Akzente im Vordergrund, wobei das Tempo der schnellen Sätze teils so hoch gewählt wird, dass man kaum noch etwas von ihnen erhascht.

Viel Pathos im Pathos

Ganz anders Christian Tetzlaff an der Sologeige: Er legt in Mozarts Violinkonzert in G-Dur doch etwas zu viel Pathos in sein Pathos. Dem Ton fehlt es an Korpus, dem Spiel im Gesamten an Tiefe. So entstehen Klänge, die an der Seele vorbeischrammen. Aber vielleicht ist dies das Los von Solisten, die zu viele Konzerte geben: 100 pro Jahr sollen es bei ihm sein. Die Kammerphilharmonie gastiert noch bis heute, Samstag, im Haus.





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Konzertkritik, Musikverein

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Dokument erstellt am 2018-11-30 16:16:38
Letzte Änderung am 2018-11-30 16:28:38



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