• vom 01.01.2019, 16:16 Uhr

Klassik/Oper

Update: 01.01.2019, 16:41 Uhr

Neujahrskonzert 2018

Ohne Biss gegen die Tradition




  • Artikel
  • Lesenswert (10)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von Verena Franke

  • Andrey Kaydanovskiy choreografiert das Ballett des Neujahrskonzerts 2019.

Andrey Kaydanovskiy hatte es bereits im Vorfeld angekündigt: Die Ballettstücke des Neujahrskonzerts sollen heuer als "Gegengewicht zur historischen Musik und Architektur" wahrgenommen werden. Ein Traditionsbruch ist dem Choreografen und Tänzer des Wiener Staatsballetts damit nur theoretisch gelungen, in der Umsetzung fehlt es dem mehrfach ausgezeichneten Jungchoreografen an Biss: In "Künstlerleben" von Johann Strauß Sohn zeigen etwa Olga Esina und Jakob Feyferlik wie gewohnt ein harmonisches Zusammenspiel, doch ihr technisches Können - wie auch bei den weiteren Tänzern des Wiener Staatsballetts -, ist nur zu erahnen. Wenn dann auf einem Polstermöbel der Staatsoper gehüpft wird, erinnert die Choreografie eher an eine wenig geschmackvolle Kasperliade.

Dazu passend die Kostüme des heimischen Designers Arthur Arbesser, der erst kürzlich mit dem Outstanding Artist Award für experimentelles Modedesign ausgezeichnet wurde: Manche Kleider zitieren harlekinesque Muster und sind schlicht gehalten, andere wiederum schmeicheln den Tänzerinnen in ihrer Tüll- oder Federnpracht wenig. So auch im zweiten Ballettstück, dem Csárdás aus "Ritter Pázmán" aufgenommen im Schloss und Park von Grafenegg. Hier plätschert die Choreografie unaufgeregt vor sich hin, von Zitaten aus dem folkloristischen Csárdás-Schrittrepertoire sieht Kaydanovskiy komplett ab.


Wenn das Wiener Staatsballett überhaupt einen Traditionsbruch beim Neujahrskonzert braucht, dann sollte er wirklich radikal ausfallen.

Neujahrsballett

Andrey Kaydanovskiy (Choreograf)

Wiener Staatsballett




Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2019
Dokument erstellt am 2019-01-01 16:29:07
Letzte Änderung am 2019-01-01 16:41:23



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. täglich
  2. "Lucia di Lammermoor" mit hohen Tönen und niedriger Spannung
  3. "Hausaufgaben versauen die Lust"
  4. "Nicht heilig im herkömmlichen Sinn"
  5. "Fernsehen bietet plötzlich Kinostoffe"
Meistkommentiert
  1. "Es war ohnehin ein Ausländer"
  2. Thomas Bernhard, noch immer - naturgemäß
  3. Unsoziale Medien
  4. Mit Facebook im Bett
  5. "Grâce à dieu": Den Schmerz zerreden

Werbung




Der Deutsche gab am Pult im Goldenen Saal des Musikvereins den Kapellmeister Deluxe.

Förderpreisgewinner Christoph Fritz mit Moderatorin Verena Scheitz und "vormagazin"-Chefredakteur Christoph Langecker. Peter Handke bei der Verleihung des 19. Wiener Theaterpreises "Nestroy" im Theater an der Wien. Hier mit dem Preis für sein Lebenswerk.

Neo-Viennale-Chefin Eva Sangiorgi (links) mit der Regisseurin des Eröffnungsfilms Alice Rohrwacher "Der Bauerntanz", entstanden um 1568.


Werbung