• vom 11.01.2019, 16:24 Uhr

Klassik/Oper

Update: 11.01.2019, 16:40 Uhr

Konzertkritik

Ohne Dirigent geht’s auch




  • Artikel
  • Lesenswert (1)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von Katharina Hirschmann

  • Die Academy of St Martin in the Fields gastierte im Konzerthaus

Das Spielen ohne Dirigenten gilt gemeinhin als Markenzeichen der Academy of St Martin in the Fields (ASMF) und bietet dabei gleichzeitig Potenzial und Gefahr. Das Londoner Kammerorchester mit Joshua Bell in der Rolle von Sologeiger und Dirigent hat zwei erste Symphonien im Reisegepäck. Eine davon ist die Sergej Prokofjews. Der reduzierte Klang der Academy steht dieser von Haydn inspirierten "Symphonie classique" gut. Wie auf Watte gebettet schreiten die Musiker voran, in guter Abstimmung untereinander, allerdings auch ohne sonderliche Schärfe.

In Camille Saint-Saëns’ Konzert für Violine und Orchester widmet sich Joshua Bell hauptsächlich der Geige: Seine Stradivari präsentiert er in diesem flageolettreichen Stück ausdrucksstark und klar und nur im dritten Satz gar romantisierend. Das Orchester lässt er mehr laufen, teilweise zerläuft es dabei. Oder es hinkt ihm auch ein wenig hinterher, wie im letzten Satz, was vielleicht trotz aller Routine in dieser Spielart auf das Fehlen eines Dirigenten zurückzuführen ist.

Information

Konzert

Academy of St Martin
in the Fields

Joshua Bell (Violine und Leitung)

Konzerthaus

Die zweite Erste an diesem Abend ist von Georges Bizet, die nach dem wundervollen "Adagio for Strings" von Samuel Barber, das das Orchester mit irdischer Prägnanz und solide sanft interpretiert, den Abschluss bildet. Gelungen bei Bizet dann vor allem das Adagio, in dem vor leichtfüßiger Cellokulisse auch die Holzbläser im internen Austausch glänzen. Etwas zu rasend geraten manche Teile, etwas zu verschwommen andere. Gesamt aber ein überzeugender Auftritt.





Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2019
Dokument erstellt am 2019-01-11 16:35:18
Letzte Änderung am 2019-01-11 16:40:52


Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Viel Luft nach oben in der Engelsburg
  2. Es war doch alles ganz anders
  3. Gegenwind für Donald Trump
  4. "Madame" ist gnadenlos
  5. Banksy im Dino-Gebrüll
Meistkommentiert
  1. "Selbstbewusst einen lauten Schas lassen"
  2. Menasse bekommt trotz Kritik Zuckmayer-Medaille
  3. "Kammermusik ist fast wie Urlaub"
  4. Roman unter Wahrheitspflicht
  5. Led Zeppelin: Als das Luftschiff fliegen lernte

Werbung




Der Deutsche gab am Pult im Goldenen Saal des Musikvereins den Kapellmeister Deluxe.

Förderpreisgewinner Christoph Fritz mit Moderatorin Verena Scheitz und "vormagazin"-Chefredakteur Christoph Langecker. Peter Handke bei der Verleihung des 19. Wiener Theaterpreises "Nestroy" im Theater an der Wien. Hier mit dem Preis für sein Lebenswerk.

Neo-Viennale-Chefin Eva Sangiorgi (links) mit der Regisseurin des Eröffnungsfilms Alice Rohrwacher Sozialdemokratische Kundgebung für das Frauenwahlrecht, Wien-Ottakring, 1913


Werbung