• vom 11.10.1999, 00:00 Uhr

Klassik/Oper

Update: 08.04.2005, 16:11 Uhr

Theater Akzent: "Be My Love"

Das Leben des Mario Lanza




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Von Lona Chernel

Mark Janicello, der umtriebige Italoamerikaner mit der prächtigen Tenorstimme, nimmt bei der Uraufführung von "Be My Love" im Theater Akzent gleich eine Vierfachfunktion ein: Hauptdarsteller,


Autor, Regisseur und Mitarbeiter bei den musikalischen Arrangements.

Das Musical, die Show, die Collage · wie immer man das reizvolle Etwas nennen will · erzählt in spannender Form die Lebensgeschichte von Mario Lanza, der als Kind bereits nichts Anderes kannte als

die Musik, der mit Sechzehn Gesang studierte, später ein Star, ein Publikumsliebling wurde, diesen zu schnellen Ruhm nur schwer verkraftete und mit 35 Jahren starb.

Es ist ein Musical · falls man es eben überhaupt so nennen will · ohne "Eigenmusik". Janicello und Arrangeur Ole Boskov verwebten geschickt die Musik aus Lanzas Leben zu einem "Teppich", der die

einzelnen Szenen zusammenhält, der unterstreicht, akzentuiert, die Emotionen zum Schwingen bringt.

Bei der Geschichte hielt sich Janicello in Einzelheiten nicht genau an die Realität, doch er brachte die Stimmung zum Ausdruck, machte die Tragik eines Daseins in Glanz und Glitter transparent. Denn

was nützt einem Menschen der Erfolg bis hin zum Ruhm, wenn er sich selbst verloren hat.

Janicello liefert eine berührende darstellerische Leistung und setzt seine Stimme (besonders in den Arien) eindrucksvoll ein. Neben ihm reizend Barbara Karolyi-Czar als Lanzas Gattin Betty, präsent

und ausdrucksstark Patricia Simpson als dessen Mutter. Begabt Uli Adensamer als Lanza mit 10 Jahren. In zwei wesentlichen Rollen (Kathryn Grayson und Hedda Hopper) brillieren Melanie Holliday und

Birgit Machalissa. David Cameron ist souverän als M.G.M.-Boss Mayer, Alexander Wartha als dessen Nachfolger Schary. Main Street ist mit Erfolg um weitere Rollen bemüht. Bühnenbild (Friedl Schmidt),

Kostüme (Gabi Weninger), Choreographie (Thomas Jantzen) und musikalische Leitung (Marcus Hagler) tragen wesentlich zum Erfolg des vom Publikum mit viel Beifall und Jubel aufgenommenen Abends bei.



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Dokument erstellt am 1999-10-11 00:00:00
Letzte Änderung am 2005-04-08 16:11:00


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