• vom 22.01.2014, 16:02 Uhr

Klassik/Oper


Konzertkritik

Zauberhaft mozärtlich




  • Artikel
  • Lesenswert (0)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von Daniel Wagner


    Begeisterte mit Mozart-Arien im Wiener Konzerthaus: Edita Gruberová.

    Begeisterte mit Mozart-Arien im Wiener Konzerthaus: Edita Gruberová.© apa/Herbert Pfarrhofer Begeisterte mit Mozart-Arien im Wiener Konzerthaus: Edita Gruberová.© apa/Herbert Pfarrhofer

    Bedeutungsschwangerer Titel für einen Konzerthaus-Abend im Zyklus großer Stimmen: "Mozart-Arien, Höhepunkt einer Weltkarriere". Hommage an eine Abgetretene? Erinnerungen an eine vergessene Bühnenlegende?


    Ganz und gar nicht. Stattdessen durfte sich das begeisterte Publikum überzeugen, wie sehr sie ihr Publikum in den Bann zu ziehen weiß, und zwar seit Jahrzehnten: Edita Gruberová.

    Stimmwunder der Klassik
    Da mag der eine die stellenweise flache Intonation bemängelt haben, da mag die andere über das allzu rasante Tempo des größtenteils wunderbar begleitenden Münchener Kammerorchesters gemäkelt haben (dazwischen unterhielten die Bayern mit Mozart-Ouvertüren bis Tänzen). Was bleibt, ist die Erinnerung an eine weitere unnachahmlich persön-
    liche Begegnung mit einer
    der großen Bühnenlieblinge, mit dem Stimmwunder der Klassik. Gruberovás Schaffen lässt sich irgendwie schon sensationslüstern bestaunen.

    Wie anders ließe sich festhalten, dass sie seit Anbeginn ihrer schon sehr langen Karriere nichts an der Flexibilität in ihrem Stimmumfang eingebüßt hat? Dass sie Figaros Susanna die jugendliche Verve und den Esprit verlieh, der viele nachkommende Kolleginnen verlegen macht? Das war gelebter Mozartgeist! Ihre Fiordiligi (die in der "Temerari"-Arie aus "Così fan tutte" eine Ausgeburt an Anstand war) genoss das Spiel der tiefen Mittellage. Konstanzes Traurigkeitsarie ("Entführung aus dem Serail") lebte vor emotioneller Intensität, die Klarheit im Diskant der "Martern"-Arie ließ nur staunen. Große Dankbarkeit im Saal.

    Konzert

    Edita Gruberová

    Münchener Kammerorchester

    Douglas Boyd (Dirigent)

    Werke von W. A. Mozart

    Wiener Konzerthaus




    Leserkommentare




    Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


    captcha Absenden

    * Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


    Dokumenten Information
    Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
    Dokument erstellt am 2014-01-22 16:05:07


    Beliebte Inhalte

    Meistgelesen
    1. "Mozart umarmt uns"
    2. Wertlose Wissenschaft
    3. Effekt ist Trumpf
    4. "Das Schöpferische braucht Muße"
    5. Schönbergs Lieblingsschüler
    Meistkommentiert
    1. achtung!
    2. Ode an die Kunstfreiheit
    3. Der große Kämpfer
    4. Aufmüpfig, nicht getröstet!
    5. "Eine große Frau mit Haltung"

    Werbung




    Sean Godwells Entwurf einer Kapelle erinnert beim ersten Auftritt des Vatikans auf der Architekturbiennale in Venedig auf den ersten Blick an einen aufklappbaren Würstelstand.

    Shepard Fairey vor seinem Mural am Wiener Flughafen. Eleni Foureira aus Zypern während ihres Probe-Auftritts in Lissabon. 

    Fritz G. Mayer, Fritz Wotruba, Kirche zur Hl. Dreifaltigkeit, Außenansicht, Wien 23, 1974–1976. Das Siegerfoto mit dem Titel "Venezuela Krise", es zeigt einen 28-jährigen Mann mit brennendem Oberkörper während heftiger Proteste gegen Präsident Nicolas Maduro in Caracas im Mai 2017. 


    Werbung