• vom 23.01.2014, 16:44 Uhr

Klassik/Oper

Update: 23.01.2014, 17:12 Uhr

Wassily Sinaiski

Richtungslose Wucht




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Von Lena Dražić


    Ursprünglich hätte ja Neeme Järvi am Pult der Wiener Symphoniker stehen sollen. Nun leitete statt seiner Konzerthaus-Debütant Vassily Sinaiski den Abend, der durch den Austausch eines Programmpunkts - Tschaikowskis "Romeo und Julia" ersetzte die symphonische Dichtung "Kolt" Heino Ellers - auch in nationale Übereinstimmung mit dem Dirigenten gebracht wurde. Denn so wurde aus einem gemischten ein rein russischer Abend, dessen Höhepunkt Schostakowitschs erstes Konzert für Violoncello und Orchester bildete. Kraftvoll zupackend, dann wieder singend und nicht zuletzt hochvirtuos interpretierte Nicolas Altstaedt das Werk, das seinerzeit auch für seinen Widmungsträger Mstislav Rostropowitsch keine unerhebliche Herausforderung dargestellt hatte. Sibelius’ Opus 1 "Vesipisaroita" (Wassertropfen), von Altstaedt als Zugabe gezupft, bildete den poetischen Ruhepunkt des Abends.

    Im langsamen Satz des Cellokonzerts überzeugte das Orchester mit elegisch schwebenden Streicherklängen, hatte aber vereinzelt unter rhythmischen Unstimmigkeiten zu leiden, und im Schlusssatz hätte man sich von Sinaiski stärkere gestalterische Durchschlagskraft erhofft. Ähnliches lässt sich für die beiden anderen Programmpunkte festhalten: Tschaikowskis Fantasie-Ouvertüre nach Shakespeare klang so dramatisch wie kolossal, und auch Dvoøáks Neunte Symphonie "Aus der Neuen Welt" tat ihre bombastische Wirkung. Doch fehlte es an Kompaktheit und strukturierendem Zugriff, um den Werken über ihre effektvollen Momente hinaus klare Konturen zu verleihen.

    Information

    Konzert
    Wiener Symphoniker
    Vassily Sinaiski (Dirigent)
    Wiener Konzerthaus





    Schlagwörter

    Wassily Sinaiski, Konzerthaus

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    Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
    Dokument erstellt am 2014-01-23 16:47:05
    Letzte Änderung am 2014-01-23 17:12:57


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