• vom 13.10.2014, 16:35 Uhr

Klassik/Oper

Update: 13.10.2014, 17:27 Uhr

Opernkritik

Eine Strauss-Sternstunde




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Von Daniel Wagner

  • Christian Thielemann dirigierte Strauss’ "Ariadne".

"Es gibt ein Reich..." in Wien, nämlich Opernring 2, wo alles gelingen kann, wenn sich die richtigen Kräfte bündeln. So geschehen bei der zwölften Auflage der ins Haus am Ring verfrachteten Salzburger Festspielbilder 2012 zum Strauss-Hofmannsthal’schen Gesamtkunstwerk "Ariadne auf Naxos" in geschmäcklerisch angenehmer Sven-Eric Bechtolf/Glittenbergs-Szenerie. Haushofmeister Peter Matić bewies einmal mehr die herrische Macht des Wortes, Daniela Fallys Zerbinetta amüsierte köstlich, Sophie Koch ließ wieder mit dem hoffnungsfrohen Jungkomponisten mitfiebern. Soile Isokoski reüssierte als richtig leidende Ariadne/Primadonna mit herrlicher Diktion, neben der Johan Botha als Bacchus in voller Lautstärke erstmals erstrahlte.

Neben dieser unglaublichen Vielfalt an exzellenten Strauss-Interpreten (ein derartiges Ballungszentrum muss auch einmal programmiert sein...): Was bewirkte das endgültige Energiebündel?

Information

Oper
Ariadne auf Naxos
Von Richard Strauss
Wiener Staatsoper


Blick ans Dirigentenpult. Christian Thielemann überließ nichts dem Zufall, er hielt die bestens disponierte Staatsopernorchester-Riege unter Kontrolle, kein plärrendes Scharmützel durfte die Stimmen übertrumpfen, jeder Einsatz in kammermusikalischer Gewalt saß. Da erstand schlicht tolles Amüsier-, Konversations-, Musiktheater. Also ein Gesamtkunstwerk.

Wer dem deutschen Spitzendirigenten und dem Ensemble ebenso intensiv wie das Publikum des Abends für diese Meisterschaft danken will, sollte unbedingt einen der Folgetermine bis 23. Oktober wahrnehmen.




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Dokument erstellt am 2014-10-13 16:38:07
Letzte Änderung am 2014-10-13 17:27:40


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