• vom 09.11.2015, 12:00 Uhr

Klassik/Oper

Update: 10.11.2015, 14:36 Uhr

Konzertkritik

Grandioser Ausklang




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Von Maila von Haussen


    Es ist Paavo Järvis letzte Saison als Chefdirigent des Orchestre de Paris, am Samstag machte er mit den Franzosen Station im Wiener Konzerthaus. Nimmt man diesen Auftritt als Gradmesser, so müssen die fünf Jahre eine sehr fruchtbare Zusammenarbeit gewesen sein: selten erlebt man eine solch unmittelbare Verbindung zwischen Orchester und Dirigent, solch außerordentlich aufmerksame Präsenz auf beiden Seiten, sodass mit sparsamen Mitteln eine Verständigung über subtilste Schattierungen möglich ist.

    Zu Beginn erklang eine Reverenz an den estnischen Komponisten Arvo Pärt, der im September seinen 80. Geburtstag gefeiert hat. Das kurze Stück "Silhouette. Hommage à Gustave Eiffel" hatte er für seinen Landsmann Paavo Järvi zum Einstieg beim Orchestre de Paris komponiert. Filigrane Pizzicati zeichneten die durchsichtige Konstruktion des von Winden durchwehten Pariser Wahrzeichens. Ein feiner Auftakt zur folgenden französischen Eleganz, die das Cellokonzert von Camille Saint-Saëns durchzog. Sol Gabetta begeisterte das Publikum durch ihre Spielfreude und energische Virtuosität, herrlich weich gestaltete Übergänge und die wunderbar sangliche Klangqualität ihres Guadagnini-Cellos von 1759. Die gelungene Abstimmung zwischen Solistin, Dirigent und Orchester konnte man auch bei der Zugabe, Gabriel Faurés "Élégie", bewundern. Nach der Pause gab das Orchestre de Paris dann alles, um Hector Berlioz‘ "Symphonie fantastique" als facettenreiches Meisterwerk zu präsentieren: sensationell!





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    Copyright © Wiener Zeitung Online 2019
    Dokument erstellt am 2015-11-09 11:32:03
    Letzte Änderung am 2015-11-10 14:36:01


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