• vom 30.11.2016, 16:24 Uhr

Klassik/Oper

Update: 06.12.2016, 11:50 Uhr

Konzertkritik

Fürstliches Amüsement mit La Bartoli




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Von Daniel Wagner


    Man nehme einen feurigen, für seinen Projektierungsdrang berühmten Opernstar - sprich Cecilia Bartoli -, dazu die Herrscherfamilie eines kleinen Mittelmeersteuerparadieses, die sich von der Innovationsfreude anstecken ließ - evviva Monaco! -, und siehe da: Mit Frühjahr 2016 hob La Bartoli mit Unterstützung von Fürst Albert und Prinzessin Caroline das Originalklangensemble Les Musiciens du Prince - Monaco aus der Taufe. Die Musiker des Prinzen klingen repräsentativ höfisch, sind aber eines der besten zuletzt gehörten Orchester für Alte Musik. Und begleiten eigentlich "ihre" Prinzessin auf Tournee: La Bartoli hat mit den Künstlern einige der Top-Kräfte ihres Fachs vereint.

    Perlen und Schmachtfetzen
    Mit Ada Pesch etwa wurde hier als Konzertmeisterin die erste Geigerin des Opernhauses Zürich engagiert. Phänomenal, wie innig sie den barocken Dialog mit der Sängerin einging. Händel-Heldinnen, also auch Mezzo-Hosenrollen Georg Friedrich Händels gehörte dieser Abend im Goldenen Musikvereinssaal: Phänomenal gelangen Arienperlen aus "Il Trionfo del Tempo e del Disinganno" (auch Schmachtfetzen wie "Lascia la spina" gehörten dazu), der Acis aus "Aci, Galatea e Polifemo" und des "Ariodante" (ein intensiver Höhepunkt). Meistersolisten wie Pier Luigi Febretti (Oboe) gingen eine hinreißende Partnerschaft mit dem Wiener Publikum ein - da saß jeder Ton perfekt. Und freilich das reizende Spiel der Sängerin über allem: Spätestens in ihrer die Gegenwart persiflierenden "Myself I shall adore"-Spiegelarie der "Semele" waren alle Herzen gebrochen. Ovationen, zu Recht.


    Konzert

    Les Musiciens du Prince-Monaco

    Wiener Musikverein




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    Copyright © Wiener Zeitung Online 2019
    Dokument erstellt am 2016-11-30 16:29:10
    Letzte Änderung am 2016-12-06 11:50:03



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