• vom 21.03.2017, 15:52 Uhr

Klassik/Oper

Update: 21.03.2017, 16:48 Uhr

Dirigentenporträt

Berührungsneugier




  • Artikel
  • Kommentare (1)
  • Lesenswert (6)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von Edwin Baumgartner

  • Gerald Pichowetz holt Ernst Theis als Musikchef nach Mörbisch - Porträt eines Vielgesichtigen.

Dirigent Ernst Theis arbeitet genreübergreifend: Operette ist ihm ebenso wenig fremd wie Avantgarde.

Dirigent Ernst Theis arbeitet genreübergreifend: Operette ist ihm ebenso wenig fremd wie Avantgarde.© privat Dirigent Ernst Theis arbeitet genreübergreifend: Operette ist ihm ebenso wenig fremd wie Avantgarde.© privat

Wien. Der designierte Chefdirigent der Seefestspiele Mörbisch, des Mekkas der Operette, ist ein Neue-Musik-Experte: Wie geht das zusammen, Ernst Theis? "Warum nicht?", antwortet der 1961 in Sierning (Oberösterreich) geborene Dirigent. Die Unterscheidung finde nämlich nicht zwischen "E"- und "U"-Musik statt (wobei diese ganze Diskussion ohnedies entsorgt gehöre), sondern zwischen ernst genommener und nicht ernst genommener Musik. Es sei die Verantwortung des Interpreten, was er daraus macht. An einem Abend Strawinskis "Sacre du printemps" und Musik von Queen - bei Theis wird es möglich.

Wobei "Sacre" und Queen eine zupackende Aggressivität eignen, das kann zusammengehen - aber ausgerechnet Operette? Auch das lässt sich verbinden, so simpel sind die Operettenpartituren nicht, "sie werden nur allzu oft als simpel behandelt". Nicht vergessen: Viele Operettenkomponisten haben mit der großen Klassik geflirtet. So nimmt Theis demnächst die Klavierkonzerte von Eduard Künneke und Oscar Straus auf. Mit deutschen Orchestern. Warum keines der österreichischen Interesse gezeigt hat, versteht Theis nicht, denn zumindest das meisterhafte Straus-Werk "gehört hierher".


Universelles Musikmachen
Theis’ Biografie spiegelt seine Idee des universellen Musikmachens wider: Ehe er an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Wien inskribierte, spielte er in Blaskapellen Trompete und in Pop- und Rock-Amateurbands Drums und E-Gitarre. Im Studium erfolgt die Ausbildung zum klassischen Schlagzeuger. Er schnuppert in die Dirigentenklasse von Otmar Suitner hinein - was zur Initialzündung wird. Suitner erkennt das Talent des jungen Mannes und legt ihm nahe, eine Karriere als Dirigent anzustreben.

1991 gründet Theis die Österreichischen Kammersymphoniker, die bis 2003 Bestand haben. Das Ziel ist, Werke in Auftrag zu geben, die sich mit ihrer Besetzung, nicht aber im Stil, an Vorbildern der Klassik und der klassischen Moderne orientieren und dadurch repertoiretauglich werden.

Nach einem Einspringen an der Wiener Volksoper in Emmerich Kálmáns "Csárdásfürstin" 1996 erhält Theis einen Kapellmeistervertrag und bleibt bis zum Ende der Ära Bachler an diesem Haus.

Im Jahr 2003 übernimmt Theis die Staatsoperette Dresden als Chefdirigent, 2013 legt er den Posten zurück, um eigene Projekte vorantreiben und internationale Engagements annehmen zu können, bleibt aber dem Haus verbunden.

weiterlesen auf Seite 2 von 2




1 Leserkommentar




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)



Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2017-03-21 15:57:09
Letzte Änderung am 2017-03-21 16:48:13


Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Wo die Briten in Becher pissen
  2. Der wortgewandte Schweigestaat
  3. Schumann ganz nahe
  4. Trendstaubsaugen mit Pussy-Hauberl
  5. auf der prossen 3
Meistkommentiert
  1. Lieber Ed, gib uns ein WC
  2. zwetschgerl
  3. Von der Angst in die Lust
  4. "Trump ermuntert Diktatoren"
  5. Daniele Gatti gefeuert, Kuhn dirigiert weiter

Werbung




Sean Godwells Entwurf einer Kapelle erinnert beim ersten Auftritt des Vatikans auf der Architekturbiennale in Venedig auf den ersten Blick an einen aufklappbaren Würstelstand.

Shepard Fairey vor seinem Mural am Wiener Flughafen. Eleni Foureira aus Zypern während ihres Probe-Auftritts in Lissabon. 

Das Siegerfoto mit dem Titel "Venezuela Krise", es zeigt einen 28-jährigen Mann mit brennendem Oberkörper während heftiger Proteste gegen Präsident Nicolas Maduro in Caracas im Mai 2017.  Romy Schneider wurde am 23. September 1938 als Rosemarie Magdalena Albach in Wien geboren. Die Schauspielerei ist ihr in die Wiege gelegt geworden: Ihre Eltern und sogar ihr Ururgroßvater waren Schauspieler. Ihren Künstlernamen verwendete sie kurz nach ihrer ersten Filmrolle in den 1950ern.


Werbung