• vom 08.05.2017, 16:26 Uhr

Klassik/Oper

Update: 08.05.2017, 17:21 Uhr

Konzertkritik

Struktur trifft Emotion




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Von Malina Standke

  • Daniel Barenboim dirigierte Boulez im Konzerthaus.

Pierre Boulez und Arnold Schönberg standen am Sonntag im Fokus des Programms im Wiener Konzerthaus. Der französische Tonsetzer wird hier demnächst überhaupt ausgiebig gewürdigt: Seine Werke bilden das Zentrum des Internationalen Musikfests, das nächsten Sonntag offiziell startet.

Äußerst präzise und homogen im Klang präsentierten die Pianisten Denis Kozhukhin und Michael Wendeberg nun schon am vergangenen Wochenende die "Structures I" von Boulez. Sie bewältigten die Komplexität des Stückes gekonnt und setzten die differenzierte Dynamik beeindruckend um. Leider kamen viele Details der fein gewobenen seriellen Struktur nicht voll zur Geltung, die zwei Klavier-Stimmen vermischten sich zu sehr in der Weite des großen Saales.

Information

Boulez Ensemble
Wiener Konzerthaus

Eine Brücke zwischen den beiden Werken von Boulez sollte Schönbergs Streichsextett "Verklärte Nacht" bilden, was leider nur bedingt gelang. Durch Intonationsschwierigkeiten, erhebliche Unterschiede im Vibrato-Spiel und allen voran dem Fehlen einer dramaturgischen Tiefe wurde das Ensemble dem Stück, trotz der unbestreitbaren Qualität der Einzelmusiker, nicht vollkommen gerecht.

Drei Klaviere, drei Harfen und mehrere Perkussions-Instrumente: ein optisch ungewohnter, vielschichtiger Eindruck wurde dem Publikum bei Boulez’ Stück "sur Incises" geboten. Dieser sollte sich auch klanglich bestätigen. Unter der Leitung von Daniel Barenboim glänzte das Boulez Ensemble mit Mut zum musikalischen Ausdruck, äußerst farbigem Gesamtklang und vielschichtiger Dynamik. Barenboim gelang es, eine klare Strukturierung und mitreißende Emotionalität zu vereinen.





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Dokument erstellt am 2017-05-08 16:30:06
Letzte ─nderung am 2017-05-08 17:21:21



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