• vom 04.08.2017, 16:02 Uhr

Klassik/Oper

Update: 04.08.2017, 16:09 Uhr

Elina Garanca

Eh alles sehr schön




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Von Reinhard Kriechbaum

  • Elina Garanča bei den Salzburger Festspielen.

Auf alte Herren wirkt sie! Schon zur Pause eilte ein Weißhaariger mit Blumen ans Podium, und ein zweiter mühte sich am Ende dorthin. Aber um gerecht zu sein: Elina Garanča wirkt auch auf viele andere. Es war keine Frage, dass einer soliden Mehrheit des Salzburger Festspielpublikums im Haus für Mozart überhaupt nichts abgegangen ist.

Zu einem Liederabend von Elina Garanča geht man nicht wegen des Wie, und wegen des Was schon gar nicht. Sondern wegen ihr allein. Was fängt man als Freund des Liedgesangs an mit diesem Abend? Herumkritisieren fruchtet in etwa so wenig wie das Jammern über Schwüle und Hitze. Brahms hat sie gesungen, eine sich hinziehende Konzerthälfte lang. Irgendwo muss im Hintergrund ein Berater wirken, der eine Liedauswahl auf die Garanča zurechtgeschnitten hat: geradlinige Poetereien durchwegs, nicht sehr fordernd in der Gestaltung, und schon gar nicht gebrochen in der Stimmung. Sonst käme schnell Manierismus auf. Man mag dem Pianisten Malcolm Martineau vorwerfen, dass er sehr pauschal begleitet hat. Aber da konnte die Sängerin ihre Stimme quasi anschmiegen, lyrischen Halt gewinnen.

Information

Konzert
Elina Garanča
Salzburger Festspiele

Welcher Beckmesser wollte Kreidestriche machen bei unsauberer Vokalbildung? Besser aufgehoben war Elina Garanča jedenfalls in einem kurzen Liederblock mit Musik von Henri Duparc. Die Kühle der Stimme bewährte sich an dessen tendenziell schmalziger "Extase". Zuletzt Rachmaninow, inhaltlich mehr oder weniger glückendes Liebesleben einmal querüber. Standing Ovations dann doch erst ganz am Schluss.





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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2017-08-04 16:06:02
Letzte nderung am 2017-08-04 16:09:23



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