• vom 11.10.2017, 16:11 Uhr

Klassik/Oper

Update: 11.10.2017, 16:17 Uhr

Konzertkritik

Je schwerer, desto leichter fällt es Barbara Hannigan




  • Artikel
  • Kommentare (1)
  • Lesenswert (5)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von Malina Meier


    Gershwin, Nono, Ligeti sind Komponisten, die normalerweise auf dem Programm der Sopranistin Barbara Hannigan stehen. Insofern kann fast von Alter Musik gesprochen werden, wenn sie sich, wie am Dienstag, im Wiener Konzerthaus, Werken der klassischen Wiener Moderne aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert annimmt.

    Dass sie dem großen Medienecho um ihre Person dabei gerecht werden kann, bewies Hannigan vom ersten Lied an: Sie beeindruckte mit klarem und vollem Stimmklang, der besonders in den Höhen rein und filigran glänzte. Mit Pianist Reinbert de Leeuw stand ihr ein erfahrener, feinsinniger Begleiter zur Seite, der trotz guter Abstimmung nur selten mit seiner Partnerin zu verschmelzen vermochte. Insbesondere de Leeuws fehlende Spannung am Ende der Lieder ließ das musikalische Wirken schnell verblassen.

    Information

    Konzert
    Barbara Hannigan (Sopran)
    Konzerthaus

    Spielerische Leichtigkeit

    Je weiter das Programm in die Romantik reichte, desto schwerer fiel es Hannigan, ihre stimmliche Bandbreite auszuschöpfen: Da wurden manche Töne angeschleift und Passagen in tiefer Lage klangen wenig fundiert. Hingegen bei den Werken der Wiener Moderne, besonders Anton Weberns "Fünf Liedern nach Gedichten von Richard Dehmel", überzeugte sie mit klarer Artikulation und nuancierter Interpretation. Intonatorisch tadellos gelang es ihr, das anspruchsvolle Programm mit spielerischer Leichtigkeit zu präsentieren. Es hat den Anschein, als würde für Barbara Hannigan gelten: Je schwerer die Stücke, desto leichter fällt es ihr, diese umzusetzen.





    1 Leserkommentar




    Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


    captcha Absenden

    * Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)



    Dokumenten Information
    Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
    Dokument erstellt am 2017-10-11 16:15:03
    Letzte nderung am 2017-10-11 16:17:55



    Beliebte Inhalte

    Meistgelesen
    1. nicht politisch
    2. Gegen die Ruhelosigkeit anmalen
    3. "Keine Lust auf Abgrund"
    4. "Wir gaben dieser Musik ihre Stimme"
    5. Im Bürgerkrieg der Gefühle
    Meistkommentiert
    1. Armin Wolf klagt FPÖ wegen Facebook-Posting
    2. ÖVP/FPÖ sorgen für Zweidrittelmehrheit im ORF
    3. "Kultur in harten Kämpfen verschonen"
    4. Spiel dich – verkühl dich nicht!
    5. Preisträger von 2013 verarmt verstorben

    Werbung




    Bille August.

    Am Donnerstag, 15. Februar 2018, ging die Eröffnung der 68. Berlinale über den roten Teppich. Zahlreiche Stars aus nah und fern waren mit dabei.

    Wissensdurstig, neugierig, seelenvoll und nachdenklich sieht David Bowie auf den Aufnahmen aus. Hier in August Wallas Zimmer. Die 75. Golden Globes wurden zur Bühne der Frauen mit einer Kampfansage an Sexismus, Missbrauch und Benachteiligungn. "Ich möchte, dass heute alle Mädchen wissen, dass ein neues Zeitalter am Horizont anbricht", sagte die US-Entertainerin Oprah Winfrey in ihrer Dankesrede nach Empfang des Ehrenpreises für ihr Lebenswerk - und rührte viele im Saal zu Tränen. "Zu lang wurden Frauen nicht angehört oder ihnen wurde nicht geglaubt, wenn sie den Mut hatten, gegen die Macht von Männern aufzubegehren." Deren Tage seien nun gezählt. Jetzt müssten alle dafür kämpfen, dass es in Zukunft niemanden mehr gibt, der als Opfer "Me too" sagen muss, mahnte Winfrey. Zur ganzen Rede


    Werbung


    Werbung