• vom 08.11.2017, 16:46 Uhr

Klassik/Oper


Neuproduktion

Ein Wagner-Wagnis




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  • Das Theater an der Wien schmiedet den "Ring" neu - in drei statt vier Teilen.

An den Söhnen und Töchtern interessiert: Gürbaca.

An den Söhnen und Töchtern interessiert: Gürbaca.© Pipprich An den Söhnen und Töchtern interessiert: Gürbaca.© Pipprich

Wien. (irr) Wirklich neu sind Ausschnitte aus dem "Ring des Nibelungen" am Theater an der Wien nicht: 1863 hat Richard Wagner hier selbst bei einem Konzert einige Kostproben jener Klänge gegeben, die er bis zum Jahr 1876 zum opulenten Opernvierteiler weiterentwickelt hat.

Diese Tetralogie wird am Wiener Haus zwar weiterhin nicht erklingen - wohl aber eine ungewöhnliche Neufassung. Sie besteht aus nur drei statt vier Abenden und beinhaltet insgesamt 9 statt 15 Musikstunden. Erschaffen wurde sie nicht einfach durch den Rotstift. Die "Ring-Trilogie" des Theaters an der Wien verfährt mit der wuchtigen Vorlage ähnlich wie Siegfried mit dem Schwert Nothung. Zerfeilte der Held die Waffe zu Spänen und schmiedete sie daraus neu, hat das Opernhaus die Szenenfolge des "Ring" genau studiert, verändert gruppiert und erschafft damit ein - hoffentlich - schlagkräftiges Werk. Premiere ist am 1., 2. und 3. Dezember.


Eine Collage werde dieses Wagner-Wagnis aber nicht sein: Intendant Roland Geyer betont, das Projekt solle durch Stringenz bestechen. Regisseurin Tatjana Gürbaca hat dafür ein Konzept ersonnen: Der erste Abend erzählt die Geschichte von Hagen, der zweite jene von Siegfried, der letzte wiederum ist Brünnhilde geweiht. In diesen drei tönenden Monografien werden auch die Vorgeschichten der Figuren Berücksichtigung finden - so sind in den Hagen-Abend auch die Erlebnisse von Vater Alberich im "Rheingold" eingewoben. Wie Gürbaca erklärt, ist sie weniger an den Vaterfiguren dieses Opern-Epos interessiert als an den Töchtern und Söhnen, die an den schuldhaften Verstrickungen ihrer Eltern leiden.

Musikalischer Leiter der Abende ist Konstantin Trinks; der Deutsche dirigiert die Orchesterfassung von Alfons Abbass (1911), die den Bläserapparat stark reduziert und mit 62 Musikern auskommt. Wiewohl die Szenen neu angeordnet sind, werde man die "Schnitte" dazwischen kaum spüren: Pro Abend würden nur drei oder vier Übergangstakte verwendet, die nicht von Wagner stammten, und auch sie seien dessen Stil angepasst. Nur hier und da, etwa bei der Modulation zum "Walküre"-Vorspiel, werde es "die Wagnerianer reißen" - das aber sei beabsichtigt.




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Dokument erstellt am 2017-11-08 16:50:07



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