• vom 06.12.2017, 16:30 Uhr

Klassik/Oper

Update: 28.12.2017, 16:23 Uhr

Konzertkritik

Marienvesper im Strahlenkranz




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Von Katharina Hirschmann


    Viele ungeklärte Fragen gibt es immer noch um Claudio Monteverdis "Marienvesper". Aber ganz egal, ob man es als Gesamtwerk mit liturgischer Bestimmung sieht, als lose Sammlung oder überhaupt als eine zu seiner Zeit komplett neue Gattung: Bei der Aufführung geht es einzig und allein darum, dass alles in sich stimmig ist.

    An diesem Abend ist es das. Die Balthasar-Neumann-Formation (Chor und Ensemble) präsentiert sich in jeder Hinsicht als Einheit. Die Stimmen der Solisten sitzen vom ersten Ton an, die Abstimmung untereinander funktioniert einwandfrei und die Instrumentalisten unter Thomas Hengelbrock halten in feinem Originalklang das Gefüge zusammen.


    Schwungvoll der Auftakt, klar der Gesang. Namentlich genannt seien hier Agnes Kovacs und Alicia Amo, die sich im "Pulchra es" gegenseitig überstrahlen. Die Feinfühligkeit und Präzision der Echo-Passagen, sowohl bei den Flötisten und Geigern, wie bei den Sängern im "Audi, coelum" steht dem in nichts nach. Zwischendurch verschmelzen die Stimmen aller Beteiligten zu Akkorden, die sich unter die Haut graben. Jeder Ton gilt der Musik, keiner dem Ego. So verdichtet sich die Intensität, bis im "Ave maris stella" alles in voller Sanftheit und absoluter Klangschönheit aufgeht. Wenn man glaubt, der Höhepunkt sei vorüber, stimmen die Herren im "Magnificat" ein "Gloria Patri et Filio" an, das von einem weiblichen "Spiritui Sancto" hinterlegt wird, das so zart ist, dass einem das Herz aufgeht. Musik, in der man versinken möchte.

    konzert

    Balthasar-Neumann-Chor
    und -Ensemble

    Thomas Hengelbrock (Dirigent)

    Konzerthaus




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    Dokumenten Information
    Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
    Dokument erstellt am 2017-12-06 16:35:03
    Letzte ─nderung am 2017-12-28 16:23:02



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