• vom 10.01.2018, 16:09 Uhr

Klassik/Oper

Update: 11.01.2018, 16:08 Uhr

Konzerthaus

Von Lieb und Leid in Liedes-Briefen




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Von Andreas Meier


    "Es war, als hätt’ der Himmel die Erde still geküsst" - anders ist der zarte, obertonreiche Stimmklang, mit dem Michael Schade den Liederabend "Licht und Liebe" im Mozartsaal des Konzerthauses begann, kaum zu beschreiben. Schon nach dem ersten Lied hätte der Zuhörer beseelt und erfüllt nach Hause gehen können, dann wäre ihm jedoch ein unvergesslicher Liederabend entgangen.

    Auf der Bühne zeigte sich das Wohnzimmer der schon gealterten Clara Schumann, dargestellt von Sunnyi Melles, die mit introvertierter, flüsternder Stimme die Liebesbriefe der Schumanns aufleben ließ, welche von Sopranistin Christiane Karg und Tenor Michael Schade in Szene gesetzt wurden. Bei der Fülle an dramaturgischen Einfällen (Buch: Oliver Láng) hätte man Pianist Malcolm Martineau, der beide Sänger mit weichem, dabei äußerst konkreten Anschlag aus dem Schatten des Bühnenrands begleitete, fast zu Unrecht aus den Augen verlieren können.


    Verwunderlich wäre es dennoch nicht gewesen, denn die Unmittelbarkeit, mit der Karg, durch klare Diktion und auch in der Höhe heller Vokalfärbung und Schade, dessen stimmlicher Farbenreichtum und differenzierte Textbehandlung atemberaubende Qualitäten erreichte, das Liebes- und Leidesleben des Künstlerpaares darzustellen wussten, zog Auge und Ohr in seinen Bann. Als gegen Ende noch Robert Schumanns Geistervariationen erklangen und Melles von dessen Todesstunden berichtete, erreichte der Abend eine Ebene, die sprachlos machte und für die auch in einer Kritik die Worte fehlen.

    konzert

    Karg, Schade, Martineau, Melles

    Konzerthaus




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    Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
    Dokument erstellt am 2018-01-10 16:14:06
    Letzte Änderung am 2018-01-11 16:08:03


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