• vom 15.01.2018, 15:14 Uhr

Klassik/Oper

Update: 15.01.2018, 19:43 Uhr

Konzertkritik

Intensität ohne Netz




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Von Andreas Meier

  • Teodor Currentzis dirigierte die Camerata Salzburg.

Bei Konzerten mit Teodor Currentzis wird meist ausschließlich über Teodor Currentzis geschrieben - ein bemerkenswerter Umstand für einen Dirigenten, der immer wieder die Darstellung des künstlerischen Werks als oberste Priorität seiner Arbeit betont. Nach einem gelungenen Auftritt mit der Camerata Salzburg im Wiener Konzerthaus sei es ihm also vergönnt, hier nicht in den Mittelpunkt gestellt zu werden.

In Alfred Schnittkes "Concerto grosso Nr. 1" wetteiferten die beiden Violinisten Gregory Ahss und Andrey Baranov voll spürbarer Energie miteinander, warfen sich die Phrasen gegenseitig zu und begegneten den risikoreichen, exponierten Doppelgriffpassagen mit Rückgrat und mitreißender Spielfreude.


Bei Frank Martins "Petite Symphonie Concertante" entstand unter Currentzis’ teils wildem, teils klar strukturierendem Dirigat eine intensive Wechselwirkung und Balance zwischen der ungewöhnlichen, doch homogen interagierenden Solistengruppe aus Cembalo, Klavier und Harfe und dem kraftvollen Streichorchester.

Im Mittelpunkt des Abends standen Mahlers "Kindertotenlieder". Die schwedische Mezzosopranistin Ann Hallenberg lotete die Intimität und Bedrücktheit des Werkes mit reduzierter Dynamik und großer emotionaler Bandbreite aus. Zwar erschöpfte sich die intensive, jede Note zelebrierende Gestaltung Currentzis’ (da wurde aus Agogik schnell breites Pathos) schon nach kurzer Zeit, aber in der Tat wurden die differenzierten Partituranweisungen Mahlers selten mit solcher Klarheit und Eindrücklichkeit hörbar gemacht.

Konzert

Camerata Salzburg

Ann Hallenberg (Mezzosopran)

Wiener Konzerthaus




Schlagwörter

Konzertkritik, Konzerthaus

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-01-15 16:17:12
Letzte Änderung am 2018-01-15 19:43:38


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