• vom 28.02.2018, 16:01 Uhr

Klassik/Oper

Update: 14.03.2018, 16:59 Uhr

Konzertkritik

Des Urlichts und der Elfen Zauber




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Von Daniel Wagner


    Camilla Nylund bringt das Wiener Konzerthaus zum Träumen Was für ein Hausdebüt, inklusive Überraschung: Tatsächliche erlebte die finnische Sopranistin Camilla Nylund erst jetzt ihr Konzerthausdebüt. Durch das Opernhaus am Ring wurde ihr starkes Timbre, voluminös in der Mittellage, bestimmend im Diskant, speziell für Spätromantik geeignet, in Wien bekannt. Und so besuchte sie mit einem passenden Programm den Mozartsaal: Lieder von Gustav Mahler, Richard Strauss und Landsmann Jean Sibelius boten der Sängerin ein perfektes Spielfeld zur Darbietung ihrer stimmlichen Bandbreite und dem Publikum alle Möglichkeit, in der Poesie der Liedperlen aufzugehen.

    Da bliesen die schönen Trompeten durch den Raum, schimmerte das "Urlicht", wie zynisch spielerisch gelang die "Verlor‘ne Müh’" - Ausschnitte aus Mahlers "Wunderhornliedern" gingen hier in voller Pracht auf, auch dank Helmut Deutsch am Klavier, der besonderes Geschick in die dialogische Stimmführung legte. Mit welcher Innigkeit legte Nylund Sibelius’ zauberhafte Einblicke in die nordische Musikwelt der Märchen, der Natur, der Liebe nieder - etwa aus Op. 37 die Reminiszenz an längst vergessene Romanzen "War das ein Traum?". Umgelegt auf dieses Konzert: Dieser Abend war ein erlebter Traum, nicht zuletzt dank der perfekt artikulierten Strauss Höhepunkte von der "Heimlichen Aufforderung" hin zu enorm innigen, intimen "Vier letzten Liedern". Wer nicht live dabei sein konnte, sei abschließend auf den Radio-Tipp hingewiesen: Am 20. März 2018 strahlt Radio Ö1 einen Mitschnitt dieses höchst gelungenen Debütabends aus.


    Konzert

    Camilla Nylund

    Konzerthaus




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    Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
    Dokument erstellt am 2018-02-28 16:05:32
    Letzte Änderung am 2018-03-14 16:59:47


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