• vom 07.03.2018, 16:55 Uhr

Klassik/Oper

Update: 07.03.2018, 17:07 Uhr

Konzertktitik

Mozart, Mahler und die Leichtigkeit des Seins




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Von Daniel Wagner


    So schöne Klänge. Göttlich allein Mozarts KV 491 Meisterstück, das c-Moll Klavierkonzert, dann noch gefolgt von Mahlers Fünfter Symphonie, der Ausgeburt an Sentimentalität inklusive betörendem Harfen-Adagietto. Dementsprechend beseelt stellte sich das NDR Elbphilharmonie Orchester eben einmal nicht an der Elbe, sondern im Wiener Konzerthaus ein. Thomas Hengelbrock gilt als gründlicher Dirigierkopf und machte seinem Ruf alle Ehre. Mit feiner Feder glitt er bereits durch das klassische Eröffnungsallegro. Was zeitweilig wie eine perfekte Spieluhr gelten wollte, wurde dank der zauberhaften Intervention des polnischen Meisterpianisten Piotr Anderszewski zu einem hohen Genuss des galanten Stils. Die eigenen Kadenzen raffiniert, modernisiert passend eingebaut, machte der Solist den Dialog mit dem Orchester zu einem eindeutigen Sieg auf allen Linien. Das Larghetto wurde dank präziser Bläserpassagen zur Nachtmusique par excellence, umrundet vom Glöckchenspiel des Klaviers.

    Das letzte Quäntchen Esprit

    Information

    Konzert

    Piotr Anderszewski (Klavier)

    Konzerthaus

    Und Mahler? Groß und gut, allein ohne Anderszewski - und damit fehlte ein wenig die Linie des Zaubers. Allein die Intensität der ersten Abteilung, dieses Auf und Ab der Emotionswelten des Fin de siècle vom Trauermarsch bis in den Sturm und Drang. Alles hatte bei Hengelbrock seinen Platz, nur nicht das letzte Quäntchen Esprit. Zaubern wollte die Harfe in - ja, überstrapazierter Begriff - Thomas Manns Spezialadagietto, souverän durch und durch wollte das Großwerk strahlen bis ins Rondo-Finale. Allein: Packen konnte es nicht ganz.





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    Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
    Dokument erstellt am 2018-03-07 16:59:59
    Letzte Änderung am 2018-03-07 17:07:01


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