• vom 08.03.2018, 16:25 Uhr

Klassik/Oper

Update: 08.03.2018, 21:26 Uhr

Kritik

Stimmungsvolle Oberflächlichkeit




  • Artikel
  • Kommentare (3)
  • Lesenswert (12)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von Andreas Meier

  • Sopranistin Angela Gheorghiu vermochte kaum Glanzpunkte zu setzen.

Angela Gheorghiu in Divenpose.

Angela Gheorghiu in Divenpose.© Wiener Staatsoper/Michael Pöhn Angela Gheorghiu in Divenpose.© Wiener Staatsoper/Michael Pöhn

Eine arrivierte Opernsängerin und eine junge, aufstrebende Pianistin präsentieren Werke querbeet durch die Musikgeschichte, von Pergolesi bis Enescu. Da stellt sich die Frage, mit welcher musikalischen Erwartungshaltung man sich dieser Konstellation annimmt.

In diesem Fall muss man zugeben, dass die Sopranistin Angela Gheorghiu mit Pianistin Alexandra Dariescu die Erwartungen des Staatsopern-Publikums vollends erfüllen, musikalisch aber nur wenige Glanzpunkte setzen konnte. Da waren natürlich die großen, opernhaften Gesten, mit denen Gheorghiu die Zuhörer bei Werken von Donizetti, oder Bellini in ihren Bann zu ziehen suchte. Und tatsächlich gelangen ihr die pathosbeladenen, harmonisch süffigen Lieder am besten, wie etwa Ottorino Respighis "Nebbie (Nebel)", in dem sie in großen Phrasen und energischen Crescendi die ganze Dramatik ihres bekanntermaßen machtvollen Stimmpotentials auslotete. Das konnte aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Gheorghiu vor allem in den liedhafteren Stücken und strukturell feingliedrigen Momenten mit allerdings sehr breitem Pinsel über viele Details hinwegging. Da war manche Melodie zwischen angeschleiften Tönen, meist tiefer Intonation und allen voran einer gewissen Wankelmütigkeit in der Gestaltung der Vokalfarben, nur noch schwer zu erahnen.


Die junge rumänische Pianistin Alexandra Dariescu begleitete brav und meist etwas zu dezent, stach aber in ihren Solostücken mit müheloser, eleganter Virtuosität hervor, mit der sie unter anderem die halsbrecherischen Kaskaden zweier Tschaikowski-Bearbeitungen beeindruckend meisterte.

Konzert

Angela Gheorghiu

Wiener Staatsoper




3 Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)



Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-03-08 16:29:51
Letzte Änderung am 2018-03-08 21:26:42


Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Andreas Gabalier: Im Rausch der Zeit
  2. Volksnähe mit Mozart
  3. Striche der Apokalypse
  4. Am Ende Frohlocken
  5. b + s
Meistkommentiert
  1. Andreas Gabalier: Im Rausch der Zeit
  2. "Die Weiden" erleiden Schiffbruch an der Staatsoper
  3. Die neue Einstimmigkeit
  4. Posthume Resterampe
  5. Sonderausgabe für Herbert Kickl

Werbung




Förderpreisgewinner Christoph Fritz mit Moderatorin Verena Scheitz und "vormagazin"-Chefredakteur Christoph Langecker.

Peter Handke bei der Verleihung des 19. Wiener Theaterpreises "Nestroy" im Theater an der Wien. Hier mit dem Preis für sein Lebenswerk. Neo-Viennale-Chefin Eva Sangiorgi (links) mit der Regisseurin des Eröffnungsfilms Alice Rohrwacher

Sozialdemokratische Kundgebung für das Frauenwahlrecht, Wien-Ottakring, 1913 "Der Bauerntanz", entstanden um 1568.


Werbung