• vom 14.03.2018, 16:46 Uhr

Klassik/Oper

Update: 14.03.2018, 16:55 Uhr

Konzertkritik

Wogen mit Tiefgang




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Von Katharina Hirschmann

  • Dirigent Louis Langrée schüttelt und berührt.

Louis Langrée steht an diesem Abend am Dirigentenpult, schüttelt die Wiener Symphoniker gehörig durch und berührt das Publikum. So sehr, dass sich manch‘ Zuhörer in der Pause gar dazu entschließt, das Abonnement zu kündigen.

Doch wo Schatten ist, da ist ja bekanntlich auch Licht. Dass die modernen Klänge eines HK Gruber nicht jedermanns Sache sind, nun gut. Dass gerade bei einem derart von Rhythmus und dessen Verschiebungen Präzision eine tragende Rolle spielt und dieser Punkt den Symphonikern einen kleinen Strich durch die Rechnung macht, mag sein. Man muss aber anerkennen, dass dieses Konzert für Klavier und Orchester, das hier seine Erstaufführung erlebt, Vielseitigkeit in allen Bereichen aufweist: Der Einstieg in und am Piano (Emanuel Ax), scharfe Akzente von Streichern, die unmittelbar in Läufe am Klavier übergehen, ein breites Klangspektrum, abrupte Interruptionen und andere Überraschungsmomente, überzeugend interpretiert. Während Langrée in Debussys einführendem "Prélude à l’après midi d’un faune" auch aufs Schwelgerische setzte und sich Zeit nahm, zeigt er hier radikale Anpassungsfähigkeit.

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Konzert

Wiener Symphoniker

Konzerthaus

Auch in Berlioz‘ "Symphonie fantastique" findet man viel Schönes in der gebotenen Interpretation. Das Nebeneinander von beißenden Blechbläserklängen, tänzerischen Streichermelodien, die bedrohlichen Pauken-Gewitter-Schläge und jähen Stimmungswechsel. Dass die Wogen hochgehen, mag an diesem Konzertabend daran liegen, dass die Werke Tiefgang haben.





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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-03-14 16:50:57
Letzte Änderung am 2018-03-14 16:55:29


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