• vom 05.04.2018, 15:56 Uhr

Klassik/Oper

Update: 05.04.2018, 17:07 Uhr

Konzertkritik

Weiche Wogen und ein mysteriöses Feuerwerk




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Von Katharina Hirschmann


    Beinahe glaubt man sich auf einem Schiff. Mirga Grazinyte-Tyla steuert das City of Birmingham Symphony Orchestra durch den Abend, einmal mehr, einmal weniger wendig. Richard Wagners Vorspiel zu "Tristan und Isolde" dirigiert sie weich, ihre Hände zeichnen die Wellen, die Musiker geben Breite, das Tempo ist sehr gemäßigt. Spannungstechnisch fällt leider einiges ins Wasser, was vor allem daran liegt, dass einzelne Instrumentengruppen nicht hervortreten dürfen, obwohl das notwendig wäre. Alles schwillt gleichzeitig an und wieder ab, so können nur wenige Reliefs entstehen.

    Ebenso in Schumanns Konzert für Klavier und Orchester. Rudolf Buchbinder ist hier mit an Bord. Man hat allerdings den Eindruck, dass er an diesem Abend nicht in Spiellaune ist. Jedenfalls wirkt es ein wenig, als fehle ihm die Neugier auf das Werk. So klingt es zwar virtuos, aber lustlos.

    Information

    City of Birmingham Symphony Orchestra
    Rudolf Buchbinder (Klavier)
    Mirga Grazinyte-Tyla (Dirigentin)
    Musikverein

    Außerdem mitgebracht hat die litauische Dirigentin das Werk ihrer Landsfrau Raminta Serksnyte, das hingegen viel Freude an der Musik vermittelt. "Fires" für Orchester heißt das Stück, ein Misterioso soll es sein, und genauso klingt es auch. Langsame Crescendi, zahlreiche Triller und Tremolos in leisestem Piano, schließlich folgt die große Klangexplosion.

    Ein großer Bonus ist an diesem Abend die Präzision, das Orchester spielt gut zusammen - so auch in Beethovens Fünfter Symphonie. Der immer wieder aufflammende Hang zum Kitsch, etwa im zweiten Satz, aber auch im "Tristan und Isolde"-Vorspiel, bleibt ein Wermutstropfen.





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    Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
    Dokument erstellt am 2018-04-05 16:00:12
    Letzte Änderung am 2018-04-05 17:07:24


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