• vom 09.04.2018, 16:42 Uhr

Klassik/Oper

Update: 09.04.2018, 17:00 Uhr

Konzertkritik

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Von Katharina Hirschmann

  • Andres Orozco-Estrada dirigierte die Philharmoniker.

Der neue Chefdirigent der Wiener Symphoniker ein großes Mitteilungsbedürfnis. Musikalisch versteht sich. Ganze zweieinhalb Stunden dauert das Programm, mit dem die Wiener Philharmoniker unter dem Dirigat Andrés Orozco-Estradas statt unter dem des erkrankten Zubin Mehta auch andere Länder Europas bereisen.

Zwei Klavierkonzerte drängen sich in der ersten Hälfte. Eines von Beethoven (Nr. 3), das andere von Bartók (Nr. 2). Während vom Beethoven wenig Eindrückliches bleibt, kommen bei Bartók die Qualitäten des Pianisten Yefim Bronfman besser zur Geltung. Er findet die richtige Härte im Anschlag und legt drängende Insistenz an den Tag. Orozco-Estrada geht es kraftvoll an - um nicht zu sagen brutal. Spätestens im Allegro molto stampfen die Pauken im Hintergrund auf derart teuflische Art dazu, dass dem Wiener Publikum das Husten im Hals stecken bleibt.

Information

Konzert

Wiener Philharmoniker

Yefim Bronfman (Klavier)

Andrés Orozco-Estrada (Dirigent)

In Strawinskis "Petruschka"-Ballettmusik, die man nach der Pause hört, wird Orozco-Estrada sein forscher Ansatz jedoch zum Verhängnis. Vielleicht möchte er zu viel, vielleicht fehlt ihm auch einfach der Blick fürs Ganze. Doch es ist hier keine Struktur erkennbar, das Werk wirkt wie ein Patchwork bestehend aus aneinandergeklebten Einzelstücken. An den ruhigen, beinahe magischen Momenten treibt er die Musiker vorbei, sodass man sie kaum wahrnimmt. Wenn er also auch viel mitzuteilen hat, so wird zumindest in diesem letzten Stück nicht ganz klar, wie es zu verstehen ist. Das Publikum hat aber offensichtlich ein Ohr dafür. Es zeigt sich einigermaßen erfreut.





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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-04-09 16:48:07
Letzte Änderung am 2018-04-09 17:00:52


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