• vom 13.04.2018, 16:57 Uhr

Klassik/Oper

Update: 13.04.2018, 18:48 Uhr

Konzertkritik

Klangforum: Ein Abend der offenen Grenzen




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Von Lena Dražić


    Die oftmals erbittert verteidigten Grenzen puristischer Neuer Musik - sie fransen aus und werden selbst in den Hochburgen traditionsbewusster Kulturpflege beherzt überschritten. So etwa am Donnerstag durch das Klangforum Wien: Beginnend mit einem Stück aus Bernhard Langs nicht enden wollendem Zyklus "Differenz und Wiederholung" verband sich raffinierter Ensembleklang mit elektronischer Clubmusik, Rock und Jazz. Dabei konterkarierte "DW 24" die Gleichförmigkeit der Lang’schen Loop-Ästhetik mit einer Musizierfreude, zu der Gerald Preinfalk am Solo-Saxofon und das von Baldur Brönnimann geleitete Klangforum maßgeblich beitrugen.

    Zwei österreichische Erstaufführungen vertieften die Distanz zum Klangideal orthodoxer Neuer Musik: Nach der Komposition "Ritornellli" von James Clarke, die dem Titel entsprechend - in variierter Form - gleich zweimal zu hören war, öffnete sich der Konzertsaal mit den dreckig verzerrten Sounds von Alexander Schuberts "Sugar, Maths and Whips" endgültig in Richtung Jazzkeller und Club.


    Stilbruch als Stilmittel
    Am eklektischsten gab sich Lukas König, dessen "Stereogramm 1" zu Uraufführung gelangte. Der als Hälfte der Experimental-Spaß-Guerilla "König Leopold" einschlägig vorbelastete Schlagzeuger, der den lustvollen Stilbruch zum Stilmittel erkoren hat, lotete mitunter bewusst nervtötend die Grenzen dessen aus, was im Rahmen eines Neue-Musik-Konzerts gerade noch okay ist - als wollte er den verfeinerten Geschmack des Klangforum-Publikums auf die Probe stellen. Dieses reagierte ironiefähig: mit Begeisterung.

    Konzert

    Klangforum Wien

    Konzerthaus




    Schlagwörter

    Konzertkritik, Neue Musik

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    Dokumenten Information
    Copyright © Wiener Zeitung Online 2019
    Dokument erstellt am 2018-04-13 17:03:16
    Letzte Änderung am 2018-04-13 18:48:09


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