• vom 15.05.2018, 17:10 Uhr

Klassik/Oper

Update: 15.05.2018, 17:24 Uhr

Konzert

Zielsicher, unbändig und doch feinfühlig




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Von Katharina Hirschmann


    Prokofjews Konzert für Klavier und Orchester Nr. 3 ist ein Werk, das die pianistische Virtuosität vor Augen führen soll. Daniil Trifonov ist diesmaliger Nutznießer dieser Gelegenheit im Konzerthaus und bleibt dem Publikum nichts schuldig. Zielsicher - auch im Zusammenspiel mit dem Orchester - fliegen seine Hände auf die Tasten nieder. Unbändig und doch feinfühlig im Ausdruck, markant und doch fließend spielt er das Werk Prokofjews, das in seiner staccatoreichen Rhythmik eine enorme Vitalität ausstrahlt. Auch das Andantino strotzt in den schnellen Variationen vor Läufen, die der Pianist bravourös bewältigt, die Nase stets an die Tasten geklebt, als wolle er in den Flügel kriechen. Doch Verstecken ist hier nicht notwendig, auch wenn er mit seinen zahlreichen Verbeugungen im Drehen, Verlegenheit durchblitzen lässt.

    Auf dieses Konzert nun Mahlers erste Symphonie zu spielen, ist wie die Zigarette danach. Ein leichtes Vergnügen nach dem großen. Im zweiten Satz Ländler und Idylle, im dritten eine Frère-Jacques-Abwandlung in Moll, von den Kontrabässen eingeleitet, von den Celli fortgeführt und schließlich durch alle Instrumentenreihen weitergereicht. Pathosreicher als seine späteren Werke, wird auch die Tonalität noch nicht ausgereizt. Bei dieser Symphonie, heißt es, kann nicht viel schiefgehen, weshalb viele junge Dirigenten auf sie setzen. Umso erstaunlicher ist es, dass es in der Kombination eines Daniele Gatti und eines Concertgebouw-Orchester Amsterdam gerade in diesem Werk immer wieder zu Präzisionsmängeln kommt. Unbändig dennoch der Applaus.

    Information

    Konzert
    Concertgebouw-Orchester Daniele Gatti (Dirigat)
    Daniil Trifonov (Klavier)
    Konzerthaus





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    Copyright © Wiener Zeitung Online 2019
    Dokument erstellt am 2018-05-15 17:15:46
    Letzte Änderung am 2018-05-15 17:24:59


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