• vom 28.05.2018, 13:35 Uhr

Klassik/Oper

Update: 28.05.2018, 15:42 Uhr

Opernkritik

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Von Marion Eigl

  • "La traviata" mit Publikumsliebling Placido Domingo in der Wiener Staatsoper.

Eindringlich: Plácido Domingo mit Irina Lungu.

Eindringlich: Plácido Domingo mit Irina Lungu.© Staatsoper, Pöhn Eindringlich: Plácido Domingo mit Irina Lungu.© Staatsoper, Pöhn

Eine todkranke Pariser Halbweltdame, entgleist, aber mit edlem Gemüt, verzichtet selbstlos auf die Liebe ihres Lebens. Basierend auf Alexandre Dumas’ Roman "Die Kameliendame", hielt Giuseppe Verdi diese herzzerreißend tragische Liebesgeschichte für die Ewigkeit fest: "La traviata" ist ein zeitloses Seelendrama. An der Wiener Staatsoper nahm am Samstag wieder das Schicksal rund um Violetta und Alfredo in der Regie von Jean-François Sivadier seinen Lauf.

Ausverkauft war das Haus am Ring - selbstredend, wenn Publikumsliebling Plácido Domingo angekündigt ist. Er setzt als Giorgio Germont das Glück des Sohnes aufs Spiel, um die Familienehre zu retten. Seinen Fehler wird er erkennen, wenn auch zu spät. Besonders diese Läuterung gestaltete Domingo eindringlich. Irina Lungu ist derzeit eine der gefragtesten Violetta-Darstellerinnen - zu Recht. Sie füllt diese Partie bis zum letzten Atemzug stimmlich und darstellerisch aus. Besonders schön gelangen der Sopranistin die hohen zurückgenommenen Töne. Pavol Breslik, der Dritte im Bunde, wusste ebenfalls zu überzeugen. Ein Heißsporn mit großen Gefühlen, dessen Verzweiflung am Ende nahe ging.

Information

Oper
La traviata
Von Giuseppe Verdi
Mit Irina Lungu, Pavol Breslik, Plácido Domingo und anderen
Wiener Staatsoper
Wh.: Dienstag, 29. Mai

Beachtliche Steigerung

Das Orchester hat in dieser Verdi-Oper vornehmlich die Funktion des begleitenden Stimmungsträgers. Eine Aufgabe, die Marco Armiliato vollends beherrscht. Wirkte die Vorstellung zu Beginn noch etwas unentschlossen, ließ sie nach einer beachtlichen Steigerung schließlich ein aufgewühltes, glücklich applaudierendes Publikum zurück.





Schlagwörter

Opernkritik, Staatsoper

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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-05-28 13:40:04
Letzte Änderung am 2018-05-28 15:42:41


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