• vom 04.06.2018, 15:48 Uhr

Klassik/Oper

Update: 04.06.2018, 16:05 Uhr

Sir Simon Rattle

Letzter Tanz auf dem Vulkan




  • Artikel
  • Lesenswert (7)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von Marion Eigl

  • Simon Rattles Berliner Abschiedsprogramm in Wien.

16 Jahre lang lenkte Sir Simon Rattle die Geschicke der Berliner Philharmoniker. Am Wochenende trat der Brite zum letzten Mal als Chefdirigent des deutschen Vorzeigeorchesters im Wiener Musikverein auf. Rattle wendet sich dem London Symphony Orchestra zu, und Berlin wartet gespannt auf Kirill Petrenko.

Das für Wien zusammengestellte Programm entsprach der Repertoirepflege von Tradition und Moderne. Abrahamsen und Bruckner für die Matinee am Sonntag. Das Konzert am Samstag wurde mit Jörg Widmanns neuestem Werk eröffnet, einem Abschiedsstück, das Rattle auf den Leib komponiert wurde. Das Orchester beginnt allein mit einer jazzigen Einleitung, lässig schlendert der Dirigent herein. Es wird auch so enden. Ein schöner Rahmen für sechs drängend-explosive Minuten, die "Tanz auf dem Vulkan" betitelt sind.

Information

Konzert
Berliner Philharmoniker
Sir Simon Rattle (Dirigent)
Wiener Musikverein

Die anschließend gespielte Dritte Symphonie von Witold Lutosawski schien verblüffend nah. Uraufgeführt 1983 vom Chicago Symphony Orchestra unter Sir Georg Solti. Von Simon Rattle damals am Radio mitverfolgt. Ein meisterhaftes Werk von bedingungsloser Modernität und ergreifender Energie. Ein halbstündiges Orchesterkonzert, das mit der Freiheit der Zeit spielt. Wobei: nur ein kurzes Hineinschnuppern in die Musikwelt des experimentierfreudigen polnischen Komponisten, der 1994 verstarb. Wunderbar klang die nach der Pause präsentierte Erste Symphonie von Johannes Brahms. Gleißend, geschmeidig, klar, kraftvoll. Die Berliner Philharmoniker ließen keinerlei Wünsche offen.





Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-06-04 15:55:09
Letzte Änderung am 2018-06-04 16:05:27


Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Vorarlberger im Finale von "America's Got Talent"
  2. Ausgezaubert
  3. Walter Hämmerle wird
    "WZ"-Chefredakteur
  4. Die Liebe als verzweifelter Imperativ
  5. Kampf an vielen Fronten
Meistkommentiert
  1. Wieder Wirbel um Ministeriums-"Journalistin"
  2. Walter Hämmerle wird
    "WZ"-Chefredakteur
  3. "Wiener Zeitung"-Geschäftsführer will "Gas geben"
  4. Drama um Daniel Küblböck
  5. Punkt! .

Werbung




Tilda Swinton in einem Haute Couture Kleid des Designers Schiaparelli - das sich sogar in den Schuhen und Handschuhen optisch fortsetzt.

Gruppenbild der Jury: Präsident Guillermo del Toro (4.v.l.) gewann im Vorjahr den Goldenen Löwen für "The Shape of Water". Ganz links Venedig-Chef Alberto Barbera im Gespräch mit Christoph Waltz, ganz rechts:Biennale-Präsident Paolo Barratta. Werbung für Die Single "Baby I Love You" im Magazin Billboard 1959.

Sean Godwells Entwurf einer Kapelle erinnert beim ersten Auftritt des Vatikans auf der Architekturbiennale in Venedig auf den ersten Blick an einen aufklappbaren Würstelstand. Shepard Fairey vor seinem Mural am Wiener Flughafen.


Werbung