• vom 09.06.2018, 09:56 Uhr

Klassik/Oper

Update: 09.06.2018, 10:09 Uhr

Konzertkritik

Cornelius Meister: Ein bunter Abend zum Abschied




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Von Christoph Irrgeher


    Am Ende war er vom Beifall umzingelt. Im Parterre, auf dem Balkon, auf der Bühne: Überall Jubel für Cornelius Meister. Der grinste über beide Ohren, dankte, verbeugte sich immer wieder - und zog sich, als es ihm doch etwas viel wurde, auf sympathische Art zurück. Der 38-jährige Chefdirigent ließ das Radio-Symphonieorchester Wien rund um ihn aufstehen - und sich so von den Musikern verdecken. Ab Herbst wird Cornelius Meister (vorerst) ganz aus Wien verschwunden sein: Nach acht Chefjahren beim RSO nimmt er auf dem Sessel des Generalmusikdirektors der Stuttgarter Oper Platz. Am Donnerstag hat er sein letztes Abo-Konzert im Musikverein dirigiert - und dafür gesorgt, dass es in Erinnerung bleibt.

    Zwischenapplaus für Bernstein

    Information

    Konzert
    ORF RSO Wien
    Wiener Musikverein

    Das gelang aber nicht mit der Uraufführung des Abends. "Simplexity", geschrieben vom Pop-versierten John Beasley, ist Crossover der Marke Schokosoße-trifft-Bratwurst: Hier prallt übermütiger Haudrauf-Jazz auf Traumschiff-Streicher. Seelenbalsam danach: Die noble Glätte von Sibelius’ Siebenter Symphonie, aus der hier und da ein hübscher Entrückungsgipfel ragt.

    Zum Höhepunkt geriet ein Bernstein-Doppelschlag, begonnen mit dem (raffinierten) Stilgemisch "Chichester Psalms": Die Jazz-Rhythmen und Hirtenmelodien dieses kolossalen Gotteslobs entfalteten (auch dank des Singvereins und eines exquisiten Solo-Sängerknabens) volle Wirkung. Das galt zuletzt auch für die "Symphonic Dances" aus der "West Side Story" - mit so viel Swing und Präzision dargereicht, dass es dem Publikum sogar Zwischenapplaus aus den Händen riss.





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    Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
    Dokument erstellt am 2018-06-09 10:01:15
    Letzte Änderung am 2018-06-09 10:09:36


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