• vom 02.08.2018, 16:50 Uhr

Klassik/Oper


MeToo

Daniele Gatti gefeuert, Kuhn dirigiert weiter




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  • #MeToo zieht in der Klassik weitere Kreise.

Amsterdam. Das Concertgebouw Orchester hat seinen Chefdirigenten Daniele Gatti wegen Vorwürfen sexueller Übergriffe gefeuert. Anlass war ein Ende Juli von der "Washington Post" veröffentlichter Artikel, in dem zwei Sängerinnen dem Dirigenten Belästigungen vorwarfen. Daraufhin hätten sich auch Musikerinnen des Orchesters zu Wort gemeldet. Eine ganze Reihe weiblicher Mitarbeiter des Ensembles hätte von Erfahrungen mit Gatti berichtet, die im Hinblick auf seine Position als Chefdirigent unangemessen waren. Damit sei das Vertrauen zwischen Maestro und Orchester irreparabel zerstört. Der Italiener hatte seine Stelle 2016 angetreten. Alle mit Gatti geplanten Konzerte würden von anderen Dirigenten übernommen.

Die Sängerinnen hatten Gatti vorgeworfen, sie in Chicago und Bologna in der Umkleide belästigt zu haben. Der 56-jährige Gatti meldete sich auch zu Wort: "Jedes Mal, wenn ich einen Annäherungsversuch unternommen habe, habe ich das in der vollen Überzeugung getan, dass es von gegenseitigem Interesse getragen wurde." Wenn er damit jemanden beleidigt habe, entschuldige er sich.


In Erl, wo sich Gustav Kuhn zuletzt mit ähnlichen massiven Vorwürfen konfrontiert sah, die dazu geführt haben, dass er die Funktion des künstlerischen Leiters der Tiroler Festspiele zurückgelegt hat, soll der Dirigent jedoch weiterhin dirigieren. "Wir planen das Programm ab Herbst mit Kuhn am Dirigentenpult", erklärte der zum interimistischen musikalischen Leiter bestellte Andreas Leisner in der "Tiroler Tageszeitung". Und Leisner gibt überdies zu verstehen, dass er offenbar eine Rückkehr Kuhns nur für eine Frage der Zeit hält: "Ich werde Kuhns Stuhl warm halten und nicht an ihm sägen."




Schlagwörter

MeToo, Daniele Gatti, Gustav Kuhn

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Dokument erstellt am 2018-08-02 16:59:32


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