• vom 29.08.2018, 15:45 Uhr

Klassik/Oper

Update: 29.08.2018, 16:48 Uhr

Konzertkritik

Salzburg: Zwei sind einer zu wenig für ein Trio




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Von Reinhard Kriechbaum


    Zuletzt hat am Dienstagabend doch noch etwas geglänzt: die Festspielnadel mit Rubinen an der Brust von Daniel Barenboim. Zuvor, im Kammerkonzert mit Beethoven-Trios und Barenboim am Klavier, funkelte es deutlich weniger.

    Barenboim steht mit seinen 81 Auftritten im sommerlichen Salzburg für ein gutes Stück Festspielgeschichte. Dazu eine nette Geschichte: 1953 gab Barenboim, elfjährig, seinen ersten Klavierabend in Wien. Damals schrieb der Kritiker der "Wiener Zeitung": "Wir hoffen, dieses besondere Talent in einem Dutzend von Jahren bei den Salzburger Festspielen zu hören." Genau in dieser Zeitspanne hat es tatsächlich funktioniert, 1965 war Barenboims Festspiel-Debüt. Nun ist der 75-jährige Dauergast mit der Festspielnadel geehrt worden.

    Information

    Konzert
    Daniel Barenboim (Klavier) u. a.
    Salzburger Festspiele, Mozarteum

    Kein Impuls vom Primarius

    Gerne würden wir jetzt auch zu einer Eloge aufs erste der beiden Kammerkonzerte ausholen, in denen Barenboim mit Sohn Michael (Violine) und Kian Soltani (Cello) Beethoven-Trios spielte. Es macht sich gut, wenn es in der Biografie heißt, dass das Ensemble seit der vorigen Saison alle Klaviertrios von Mozart und Beethoven im Pierre-Boulez-Saal in Berlin zur Aufführung bringt. Vielleicht sollten die drei aber noch eine Weile dort, in der geschützten Werkstätte, verbringen. Kernproblem ist der blutleer agierende Primarius: Nicht ein einziger Impuls ist von Michael Barenboim gekommen. Die Kommunikation lief ausschließlich zwischen Daniel Barenboim (der die Streicher oft zudeckte) und dem Cellisten, dessen wundersamer Klang aber oft genug vom Klavier übertönt wurde. Tut leid, zwei sind einer zu wenig für ein Trio.





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    Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
    Dokument erstellt am 2018-08-29 15:53:54
    Letzte Änderung am 2018-08-29 16:48:44


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