Konzertkritik

Lauterkeit allein ist nicht genug2

Von protestantischer theologischer Erbsenzählerei zu sinnlich erlebbarem Katholizismus: So könnte man den Eindruck der Aufführung von Bachs h-Moll-Messe bei den Salzburger Festspielen beschreiben. Ob’s aber so gemeint war? Das Collegium Vocale Gent, 1970 von Philippe Herreweghe gegründet, ist eine selbst schon historische Institution in der... weiter





Trostspender Dirigent Philippe Herreweghe. - © Sbg.Festsp./M. Borrelli

Salzburger Festspiele

Mit roher Macht, in voller Pracht9

  • Sakrale Musiken von Schütz und Ustwolskaja bei den Salzburger Festspielen.

"Ich kann mir ihre Aufführung am besten in einer Kirche vorstellen", sagte Galina Ustwolskaja über ihre eigenen Kompositionen. Es durchzöge sie nämlich ein spiritueller Geist. Wie sehr ein Kirchenraum die Musiken von Ustwolskaja verändert, ja auf welche Weise die Kollegienkirche selbst zu einem prägenden Mitaufführenden dabei wurde... weiter




Jeanne d’Arc: Renée Falconetti in Carl Dreyers Stummfilm aus dem Jahr 1928. - © Sbg.Festsp./Marco Borrelli

Salzburger Festspiele

Einsame Erkundungen der Polspitzen3

  • Mit Galina Ustwolskaja stand eine außergewöhnliche Komponistin im Zentrum der ersten Salzburger Festspieltage.

Salzburg. Als "Musik aus dem schwarzen Loch" hat Galina Ustwolskaja ihre Kompositionen beschrieben. Sie haben keine Verbindung zu anderen Musiken, stehen nur für sich. Wie sehr die Werke der 2006 verstorbenen russischen Komponistin diese Beschreibung einlösen, zeigte am Wochenende ein ihr gewidmeter Schwerpunkt bei den Salzburger Festspielen... weiter




Karl Rankl, das Scottish National Orchestra dirigierend, August 1955. - © Kurt Hutton/Picture Post/Getty Images

Porträt

Schönbergs Lieblingsschüler1

  • Er war Chorleiter, Dirigent, Komponist und fünf Jahre musikalischer Direktor der Covent Garden Opera in London: Eine Erinnerung an den bei Wien geborenen Karl Rankl (1898-1968).

Wird man 1898 als 14. von 18 Kindern in einem kleinen Dorfgasthaus in Gaaden bei Mödling geboren, so ist die Wahrscheinlichkeit gering, eine internationale Musikerkarriere zu machen; auch wenn der Ort in einer - wie ein Journalist einst so treffend formulierte - "musikverseuchten Umgebung" liegt und der Vater im Wirtshaus gerne aufspielte... weiter




- © Nicolas Zonvi

Interview

"Mozart umarmt uns"11

  • Stargeiger Daniel Hope schwärmt von Mozart, hat unlängst Balkanmusik gespielt und geht auf familiäre Spurensuche.

München. Er ist Musiker mit Sinn für Außergewöhnliches: Der Weltklasse-Geiger Daniel Hope zählt zu den spannendsten Persönlichkeiten des internationalen Musiklebens. Seine "klingende Kinderstube" war das Londoner Haus des Jahrhundertgeigers Yehudi Menuhin. Flucht und Vertreibung sind ein großes Thema in der Familiengeschichte des 44-jährigen... weiter




- © Smileus/stock.adobe.com

Salzburger Festspiele

Mit weit aufgerissener Seele3

  • Die Salzburger Festspiele starten heute mit ihrer Ouverture spirituelle. Die Passion und damit klingende Kreuzwege stehen heuer im Zentrum - von Bach bis in die Gegenwart. Doch wessen Leiden sind es, die hier nachzuhören sind?

"Was ist ein Dichter?" fragt Sören Kierkegaard in seinem philosophischen wie poetischen Erstlingswerk "Entweder - Oder": "Ein unglücklicher Mensch, der heiße Schmerzen in seinem Herzen trägt, dessen Lippen aber so geartet sind, dass, während Seufzer und Geschrei ihnen entströmen, diese dem fremden Ohr wie schöne Musik ertönen... weiter




Das Spektakel kehrt zurück: 2015 zeigte der Steinbruch "Tosca", 2019 folgt "Die Zauberflöte". - © Tischler

Klassik-Festivals

Eine neue Hoffnung5

  • Das Kriegsbeil im Burgenland ist begraben: Esterházy-Chef Ottrubay über den Frieden mit der Politik und seine Pläne.

Eisenstadt. Der Titel wird noch für einige Scherze sorgen: "Krieg und Frieden" lautet das Motto des Festivals Herbstgold, das im September auf Schloss Esterházy stattfinden wird. Eine Überschrift, die freilich einem historischen Jubiläum gilt: dem Ende des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren. Man könnte den Titel aber auch auf einen anderen Konflikt... weiter




Fulminantes Saisonfinale mit Teodor Currentzis. - © Julia Wesely

Konzertkritik

Vom Himmel umarmt39

  • Teodor Currentzis beendete seinen Konzerthaus-Zyklus fulminant beseelt mit Mahler.

Die fein schwebende und doch tief im Klang verwurzelte Sphäre, in die Teodor Currentzis den Beginn des dritten Satzes anheben lässt, sie gibt einen Vorgeschmack auf das finale "himmlische Leben": Absolute Klangschönheit, die jedoch nicht in Eleganz erstarrt, sondern von einer absoluten Lebendigkeit durchzogen ist. Mahlers Symphonie Nr... weiter




Konzertkritik

Die Becher hoch!5

  • Die Singakademie feierte mit Carl Orff Geburtstag.

"Wo man singt, da lass dich ruhig nieder / böse Menschen haben keine Lieder." Der Kalenderspruch, den Hausherr Matthias Naske zu Beginn zitierte, lässt sich zwar mit Ausnahmefällen widerlegen (Stichwort NS-Zeit). Er erwies sich am Sonntagabend aber als würdige Einleitung. Immerhin feierte die Wiener Singakademie ihr 160-jähriges Bestehen: Das... weiter




Pretty Yende und Yutaka Sado begeisterten in Grafenegg. - © Sonja Stangl

Sommernachtsgala

Grafenegger Pomp und Glanz15

  • Johanna Mikl-Leitner und Rudolf Buchbinder eröffneten die Sommernachtsgala.

Astronomischer und programmatischer Sommersaisonbeginn in Grafenegg: Und ja, man soll den Tag nicht vor dem Abend loben. Zumindest zeitweilig fühlte man sich im Verlauf des ersten Zusammentreffens mit dem Wolkenturm in diesem Jahr ein wenig zu euphorisch. Immerhin war’s ein Grund, ein glückliches Facebook-Posting für den digitalen... weiter




- © Nini Tschavoll

Klassik-Chor

"Musikalischer Himmel auf Erden"2

  • Die Singakademie feiert 160 Jahre. Leiter Heinz Ferlesch über Teambuilding und Prestige-Termine.

Auch Traumjobs haben kleine Tücken. Im Alltag von Heinz Ferlesch ist dies eine Namensähnlichkeit. Die Wiener Singakademie - das ist jener Chor, den der Oberösterreicher im Konzerthaus leitet. Der Wiener Singverein: Das ist jenes Kollektiv, das wenige Straßen weiter, im Musikverein, die gleichen Sangesdienste leistet... weiter




Konzertkritik

Seelenhygiene mit Mahler2

  • Die Wiener Philharmoniker mit Elina Garanča.

Was für ein Moment: Stringent zog Elina Garanča die Wiener Philharmoniker hinein in Gustav Mahlers "Urlicht" aus der Sammlung "Des Knaben Wunderhorn". Die fünf Rückert-Lieder davor hatten den Weg bereitet zu diesem einmaligen, von der Vokalstimme geführten Beginn mit den Worten "O Röschen rot!"... weiter




- © afp/Nemenov

Nachruf

Der Magier des Moments

  • Der russische Dirigent Gennadi Roschdestwenski ist 87-jährig gestorben.

Moskau/Wien. Der russische Dirigent Gennadi Roschdestwenski ist am 16. Juni in Moskau im Alter von 87 Jahren gestorben. Der am 4. Mai 1931 in Moskau geborene Musiker war der Sohn des Dirigenten Nikolai Pawlowitsch Anossow und der Sängerin Natalja Petrowna Roschdestwenskaja. In die Orchesterleitung führte ihn sein Vater ein... weiter




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