Konzertkritik

Trio in Rage1

  • Kavakos, Ma und Ax mit Kammermusik von Brahms.

Das Spannende an Brahms H-Dur-Trio ist, dass es zugleich sein frühestes und sein spätestes Klaviertrio ist. Wie das? - Brahms selbst war seiner Frühwerke relativ rasch überdrüssig. Das veranlasste ihn dazu, dieses opus 8 später noch einmal herauszuholen und grundlegend zu überarbeiten. Straffung und Verdichtung zählen zu den Hauptmerkmalen seiner... weiter





Konzertkritik

Nachsommer mit Bruckner3

  • Wiener Philharmoniker unter Welser-Möst in Grafenegg.

Anton Bruckner hat seine Fünfte Symphonie nie gehört. Der Aufführung in Graz - Franz Schalk dirigierte eine von ihm selbst verfasste, arg korrumpierte (um nicht zu sagen: verschandelte) Version - musste der Komponist krankheitsbedingt fernbleiben. Erst 1935 spielten die Münchner Philharmoniker unter Siegmund von Hausegger die Originalfassung... weiter




Ein Cellist von hohen Gnaden: Nicolas Altstaedt. - © M. Borggreve

Konzertkritik

Ein Pyrrhussieg für das Cello7

  • Das Musik-Festival Herbstgold, zum zweiten Mal auf Schloss Esterházy in Eisenstadt.

"Ich hab zwar ka’ Ahnung, wo ich hinfahr, aber dafür bin ich gschwinder durt", heißt es in einem alten Schlager Gerhard Bronners. Das Lied konnte einem am Mittwoch recht unvermutet einfallen - bei einem Klassiktermin auf Schloss Esterházy. Dort hat zum zweiten Mal der Konzertreigen Herbstgold begonnen, veranstaltet vom Hausherren... weiter




Abendkleider auf der Bühne - tragen nicht alle Musikerinnen freiwillig. - © stock.adobe.com

Orchester

Nur nicht in Hosen!2

  • Wie sollen sich Orchestermusikerinnen auf der Bühne kleiden? Und was gilt hier als gleichberechtigt? Während bei den Wienern freiwillige Anzugpflicht gilt, kämpfen New Yorks Philharmonikerinnen für ihr Recht auf Hosen.

Julie Ann Giacobassi spielte mit ihrem Englischhorn im Ensemble der San Francisco Symphony gerade die zweite Sinfonie von Gustav Mahler, als sich eine der Tasten ihres Instruments in den Falten ihres Rocks verfing. "Ich dachte: Oh nein, das war es jetzt", erzählt die Musikerin der "New York Times". Giacobassi schaffte es... weiter




Ehrlich kulinarisch ging es zu: Anna Netrebko und Yusif Eyvazov. - © ph marco borrelli

Konzertkritik

Das Ergebnis da wie dort: remis3

  • Arien und Duette mit Anna Netrebko und Yusif Eyvazov in Salzburg.

Die Fußball-Horden waren von der Polizei längst Richtung Stadion eskortiert, als der Betrieb am Mittwochabend in der Hofstallgasse losging. Netrebko-Fans bedingen deutlich weniger Polizeieinsatz. War im einen Fall Salzburg vor serbischen Schlachtenbummlern zu schützen, geht es bei den Festspielgästen um Schutz von außen - dem Vernehmen nach waren... weiter




Konzertkritik

Salzburg: Zwei sind einer zu wenig für ein Trio10

Zuletzt hat am Dienstagabend doch noch etwas geglänzt: die Festspielnadel mit Rubinen an der Brust von Daniel Barenboim. Zuvor, im Kammerkonzert mit Beethoven-Trios und Barenboim am Klavier, funkelte es deutlich weniger. Barenboim steht mit seinen 81 Auftritten im sommerlichen Salzburg für ein gutes Stück Festspielgeschichte... weiter




Konzertkritik

Der weiße alte Don Juan8

  • Die Berliner Philharmoniker in Salzburg.

Beide Dirigenten haben ihren eigenen Kopf, und beinah im Wochenabstand haben sie in Salzburg Beethovens "Siebente" dirigiert: Einmal MusicAeterna unter Teodor Currentzis, am Sonntag die Berliner Philharmoniker unter Kirill Petrenko. Die orchestralen Voraussetzungen lassen trotzdem keinen Vergleich zu: Hier die am Originalklang geeichten Musiker aus... weiter




Franz Welser-Möst interpretierte Henzes "Tristan". - © Julia Wesely

Konzertkritik

Tristan trauert um die Bachmann8

  • Franz Welser-Möst dirigierte Hans Werner Henzes "Tristan" in Salzburg.

Vor wenigen Tagen haben Edith Clever und Martin Wuttke in Salzburg aus dem reichhaltigen Briefwechsel zwischen Ingeborg Bachmann und Hans Werner Henze gelesen. Am Samstag, im letzten Konzert der Wiener Philharmoniker in diesem Festspielsommer, gab’s die Musik dazu. Das Musikstück, in dem Hans Werner Henze seine Beziehung zu Ingeborg Bachmann... weiter




Leonard Bernstein war ein Ein-Mann-Musikuniversum von unvergleichlicher Anziehungs- und Strahlkraft. - © Bettmann Archive/Getty

Porträt

Der maßlose Musiker9

  • Vor 100 Jahren wurde Leonard Bernstein geboren - der prägende Musik-Universalist der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Leonard Bernstein hat die kritischen Jahre, die nach dem Tod eines Künstlers darüber entscheiden, ob seine Arbeit bleibt oder ob sie in die Vergessenheit sinkt, bravourös überstanden. Heute, fast auf den Tag genau 100 Jahre nach seiner Geburt am 25. August 1918 in Lawrence, Massachusetts, und knapp 28 Jahre nach seinem Tod am 14... weiter




Konzertkritik

Vierte Runde Beethoven3

  • Teodor Currentzis setzte seinen Zyklus in Salzburg fort.

Nach der Neunten Symphonie in der Felsenreitschule sind Teodor Currentzis und seinen Musikerinnen und Musiker aus Perm für den Rest ihres Salzburger Beethoven-Zyklus ins intimere Mozarteum umgezogen. Aber auch der große Saal dort birgt seine Tücken, die sich in den Konzerten am vergangenen Freitag und Sonntag mit der Dritten und der Fünften... weiter




Konzertkritik

Universale Emotionen in nationalen Klängen1

Nicht mehr mit den Berliner Philharmonikern, sondern jetzt als Chef des London Symphony Orchestras war Simon Rattle an zwei Abenden zu Gast in Salzburg. Den zentralen Programmpunkt des ersten Konzerts am Montag im Großen Festspielhaus bildete zum 100. Geburtstag von Leonard Bernstein dessen Zweite Symphonie für Klavier und Orchester "The Age of... weiter




Stargast in Grafenegg: Jonas Kaufmann. - © Hargreaves/ Sony

Konzertkritik

Fulminanz trotz Zehenbruchs13

  • Das Grafenegg Festival hat, wie jedes Jahr, mit namhaften Künstlern begonnen.

Grafenegg. (apa) Ein Fest der Stimmen erfreute am Sonntag beim ersten Wochenende des Klassik-Festivals Grafenegg. Von Brahms-Liebesliederwalzern bis zu Wagners "Walküre", alles in edler Besetzung, standen die Zeichen auf Wonnemond. Bei der vormittägigen Matinee hatten Mojca Erdmann, Stefanie Iranyi, Dmitry Korchak und Luca Pisaroni ein vorzügliches... weiter




Herbert Blomstedt in Salzburg. - © Salzburger Festspiele/Marco Borrelli

Konzertkritik

Melancholie als Antwort an die Zukunft5

  • Herbert Blomstedt, der 91-Jährige, dirigierte die Wiener Philharmoniker grandios.

Aus dem finnischen Halbdunkel beobachtete Jan Sibelius Anfang des 20. Jahrhunderts den Gang der neuen musikalischen Dinge - aber das war nicht seins. Also schrieb er die "Vierte", aufs erste Hinhören 40 Minuten Melancholie pur. Herbert Blomstedt hat den Wiener Philharmonikern in Salzburg dieses Werk vorgelegt, das sie zuvor noch nie gespielt hatten... weiter




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Neo-Viennale-Chefin Eva Sangiorgi (links) mit der Regisseurin des Eröffnungsfilms Alice Rohrwacher

Das Tutu ist das Spezifikum der Ballerina, die elfengleich über die Bühne schwebt. Gruppenbild der Jury: Präsident Guillermo del Toro (4.v.l.) gewann im Vorjahr den Goldenen Löwen für "The Shape of Water". Ganz links Venedig-Chef Alberto Barbera im Gespräch mit Christoph Waltz, ganz rechts:Biennale-Präsident Paolo Barratta.

Werbung für Die Single "Baby I Love You" im Magazin Billboard 1959. Bille August.