MeToo

Daniele Gatti gefeuert, Kuhn dirigiert weiter22

  • #MeToo zieht in der Klassik weitere Kreise.

Amsterdam. Das Concertgebouw Orchester hat seinen Chefdirigenten Daniele Gatti wegen Vorwürfen sexueller Übergriffe gefeuert. Anlass war ein Ende Juli von der "Washington Post" veröffentlichter Artikel, in dem zwei Sängerinnen dem Dirigenten Belästigungen vorwarfen. Daraufhin hätten sich auch Musikerinnen des Orchesters zu Wort gemeldet... weiter





Die Affäre war nach einem Artikel der "Washington Post" in der Vorwoche ins Rollen gekommen. Dort hatten zwei Sängerinnen Gatti beschuldigt, siesexuell belästigt zu haben. - © APAweb/REUTERS, Christian Hartmann

#metoo

Amsterdamer Concertgebouw entlässt Chefdirigent Gatti19

  • In Amsterdam reagiert man schnell auf die Vorwürfe sexueller Belästigung und feuert den seit 2016 amtierenden Daniele Gatti.

Amsterdam. Wegen des Vorwurfs sexueller Belästigung hat das Amsterdamer Concertgebouw Orchester seinen Chefdirigenten Daniele Gatti entlassen. Das Orchester habe die Zusammenarbeit mit dem 56-jährigen Italiener "mit sofortiger Wirkung" beendet, teilte es am Donnerstag mit. Mehrere Musikerinnen hätten über "unangemessenes" Verhalten des... weiter




Eine "Walküre" ohne Rest-"Ring": John Ludgren als Wotan beim Feuerzauber von Baku. - © Enrico Nawrath

Opernkritik

Der Lebenswerkbonus gilt hier nicht4

  • Ein spätes Debut: Plácido Domingo wechselte die Seiten und dirigiert in Bayreuth die "Walküre".

Am bislang heißesten Tag des Jahres komplettierte die Wiederaufnahme der "Walküre" aus dem abgespielten Castorf-"Ring" den Spielplan des laufenden Festspieljahrgangs auf dem Grünen Hügel. Deshalb gab es stückbedingt zu den extremen Temperaturen im unklimatisierten Haus auch noch ein loderndes Feuerchen... weiter




Konzertkritik

Zu groß für das Kleine - und umgekehrt1

Arcadi Volodos reitet ein gar seltsames Steckenpferd. Er hat sich der Musik von Federico Mompou verschrieben, ihm sogar eine CD gewidmet. Volodos ist mit dieser abseitigen Vorliebe immerhin nicht ganz allein. Wikipedia weiß sogar von zwei weiteren CD-Einspielungen der "Música callada", einer Sammlung von 28 Klavierstücken... weiter




ABD0043_20180330 - ERL - ...STERREICH: Intendant Gustav Kuhn wŠhrend der ProgrammprŠsentation fŸr die Wintersaison 2018/19 der Tiroler Festspiele Erl, am Freitag 30. MŠrz 2018, in Erl. - - © APA/EXPA/JOHANN GRODER

Causa Erl

Maestro auf Zwangspause13

  • Schwere Vorwürfe zwingen den Festspiele-Erl-Intendant Gustav Kuhn zum Rückzug.

Wien/Erl. (irr) Der Druck war offenbar zu groß geworden: Nachdem fünf Frauen mit vollem Namen Belästigungsvorwürfe erhoben und zwei von ihnen Details in der "ZiB 2" geschildert hatten, zog der Betroffene die Konsequenzen: Gustav Kuhn, Intendant und Dirigent der Tiroler Festspiele Erl, stellt seine Funktion mit sofortiger Wirkung vorläufig ruhend... weiter




Asmik Grigorian als Salome glänzt mit einem glasklaren Sopran. - © APAweb / Barbara Gindl

Oper

Die Furien der Verweigerung33

  • Eine packende wie mystische "Salome" als erstes Opernhighlight der Salzburger Festspiele.

Salzburg. Begehren ist eine Kraft, die sich der Logik entzieht. Doch es liegt in der Logik des Begehrens, sich an der Verweigerung weiter zu entzünden. Mehr noch: Wer das Begehren aller auf sich zieht, kann die eigene Erlösung nur noch an die absolute Verweigerung knüpfen. Dass sich daraus ein gefährlicher... weiter




Adam Plachetka (Papageno) und Christiane Karg (Pamina) sind in der "Zauberflöte" vokal gesehen gegen den Typ besetzt.  - © APAweb / Barbara Gindl

Zauberflöte

Unter Strom und an der kurzen Leine17

  • Die Salzburger "Zauberflöte" verirrt sich im Großen Festspielhaus auf der Suche nach neuen, radikalen Wegen.

Salzburg Es ist, als hätte er Mozart unter Strom gesetzt. Unter hochfrequenten Wechselstrom. Schon die Ouvertüre ist knallig furios. Die Töne, sie wirken wie kurz angerissen und sofort wieder fallen gelassen. Kein Verweilen, kein Entfalten von Klang. Doch was sich als musikalisch rasante Lesart unter Hochspannung erweisen hätte können... weiter




Die Wiener Philharmoniker zeigten sich am Wochenende besonders vielseitig.  - © Salzburger Festspiele / Anne Zeuner

Salzburger Festspiele

Klanggemälde im Angesicht des Todes10

  • Die Wiener Philharmoniker zeigten unter Andris Nelsons, dass sie auch als Jazzband agieren können.

Salzburg. Ein Konzert als Bindeglied und Staffelübergabe: Zugleich als letzten Programmpunkt der Ouverture spirituelle und als das erste Philharmonische des Salzburger Festspielsommers zeigten sich die Wiener am Wochenende mit Musiken von Bernd Alois Zimmermann und Gustav Mahler besonders vielseitig... weiter




"Ich habe früh wahrgenommen, dass da Klänge sind in mir. Erst später habe ich die Techniken gelernt, um ihnen eine Form zugeben." - © David FurrerInterview

Salzburger Festspiele

Klänge einer fremden Sonne9

  • Die Salzburger Festspiele werden heute mit einem Festakt eröffnet. Einer der zentralen Künstler dieses Jahr ist Beat Furrer. Der Komponist und Dirigent im Gespräch über dämmernde Sprachlosigkeiten und Ideenlosigkeit im Musikgeschäft.

Wien. Als Weltflucht möchte er es nicht sehen, auch Eremitentum soll es nicht sein. Allerdings: Beat Furrer braucht Ruhe zum Komponieren. Und einen Raum der Stille im positivsten Sinn. Der Komponist zieht sich dafür in ein altes Bauernhaus im Gesäuse zurück. Seine Oper "Violetter Schnee" ist kurz vor dem Fertigwerden... weiter




Konzertkritik

Lauterkeit allein ist nicht genug3

Von protestantischer theologischer Erbsenzählerei zu sinnlich erlebbarem Katholizismus: So könnte man den Eindruck der Aufführung von Bachs h-Moll-Messe bei den Salzburger Festspielen beschreiben. Ob’s aber so gemeint war? Das Collegium Vocale Gent, 1970 von Philippe Herreweghe gegründet, ist eine selbst schon historische Institution in der... weiter




Trostspender Dirigent Philippe Herreweghe. - © Sbg.Festsp./M. Borrelli

Salzburger Festspiele

Mit roher Macht, in voller Pracht9

  • Sakrale Musiken von Schütz und Ustwolskaja bei den Salzburger Festspielen.

"Ich kann mir ihre Aufführung am besten in einer Kirche vorstellen", sagte Galina Ustwolskaja über ihre eigenen Kompositionen. Es durchzöge sie nämlich ein spiritueller Geist. Wie sehr ein Kirchenraum die Musiken von Ustwolskaja verändert, ja auf welche Weise die Kollegienkirche selbst zu einem prägenden Mitaufführenden dabei wurde... weiter




Jeanne d’Arc: Renée Falconetti in Carl Dreyers Stummfilm aus dem Jahr 1928. - © Sbg.Festsp./Marco Borrelli

Salzburger Festspiele

Einsame Erkundungen der Polspitzen3

  • Mit Galina Ustwolskaja stand eine außergewöhnliche Komponistin im Zentrum der ersten Salzburger Festspieltage.

Salzburg. Als "Musik aus dem schwarzen Loch" hat Galina Ustwolskaja ihre Kompositionen beschrieben. Sie haben keine Verbindung zu anderen Musiken, stehen nur für sich. Wie sehr die Werke der 2006 verstorbenen russischen Komponistin diese Beschreibung einlösen, zeigte am Wochenende ein ihr gewidmeter Schwerpunkt bei den Salzburger Festspielen... weiter




Karl Rankl, das Scottish National Orchestra dirigierend, August 1955. - © Kurt Hutton/Picture Post/Getty Images

Porträt

Schönbergs Lieblingsschüler1

  • Er war Chorleiter, Dirigent, Komponist und fünf Jahre musikalischer Direktor der Covent Garden Opera in London: Eine Erinnerung an den bei Wien geborenen Karl Rankl (1898-1968).

Wird man 1898 als 14. von 18 Kindern in einem kleinen Dorfgasthaus in Gaaden bei Mödling geboren, so ist die Wahrscheinlichkeit gering, eine internationale Musikerkarriere zu machen; auch wenn der Ort in einer - wie ein Journalist einst so treffend formulierte - "musikverseuchten Umgebung" liegt und der Vater im Wirtshaus gerne aufspielte... weiter




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Neo-Viennale-Chefin Eva Sangiorgi (links) mit der Regisseurin des Eröffnungsfilms Alice Rohrwacher

Sozialdemokratische Kundgebung für das Frauenwahlrecht, Wien-Ottakring, 1913 "Der Bauerntanz", entstanden um 1568.

Ignaz Kirchner als "Samiel", 2007, während der Fotoprobe von "Der Freischuetz" in Salzburg.  Das Tutu ist das Spezifikum der Ballerina, die elfengleich über die Bühne schwebt.