Konzertkritik

Erbarmungslos schön4

  • Pierre-Laurent Aimard gastierte im Musikverein.

Der französische Pianist Pierre-Laurent Aimard ist berühmt für seine vergeistigten, durchdachten Programme. Im Musikverein spannte er den Bogen vom Absolutismus einer Beethoven’schen Hammerklavier-Sonate bis hin zum zugegebenen György Kurtág perfekt. Unprätentiös, fast nichtig, bisweilen in Einsatzgenauigkeit noch recht kreativ... weiter





Claus Guth schuf packende Bilder für die emotionale Sprengkraft von Händels "Saul". - © Monika Rittershaus

Musiktheater

Der Irrsinn der Macht4

  • Musiktheater im besten Sinn: Händels Oratorium "Saul" an der Wien.

Es sind kollektive Sehnsuchtsbilder, die Claus Guth verhandelt. Im konkreten Fall das Sehnen nach einem strahlenden Helden. Nach einem, der unbesiegbar scheint, von nichts und niemandem korrumpiert. Einer, der sich abhebt von den anderen, der Lebendigkeit und Glanz in die graue Alltäglichkeit oder gar Tristesse bringt... weiter




Konzertkritik

Drei Säulen auf unsicherem Fundament2

Aus drei Säulen, so Barbara Rett in ihren einleitenden Worten, bestehe diese Matinee im Konzerthaus: nämlich aus dem Jungpianisten Daniil Trifonov, dem Dirigenten Lahav Shani und dem Komponisten der Symphonie Nr. 5 (B-Dur), Sergej Prokofjew. Jeder der drei sei eine Kostbarkeit, so Rett in gewohnt schmeichelnder Manier... weiter




Konzertkritik

Spiellaune und Schwung

Charles Ives gilt als einer der wichtigsten US-amerikanischen Komponisten. Sein Werk wird dennoch relativ selten aufgeführt. Da braucht es schon einen (Süd-) Amerikaner, der das initiiert - zumindest für Wien. Gustavo Dudamel dirigiert Ives’ Zweite Symphonie, die Philharmoniker folgen andächtig... weiter




Konzertkritik

"Alles Walzer" in der Wiener Moderne

Die klassische Musik tritt auf der Stelle: Nicht nur werden 100-jährige Werke als "Neue Musik" bezeichnet, auch hat solche Musik im Konzertbetrieb nach wie vor einen schweren Stand. Dem trotzt das Klangforum Wien mit leiser Ironie, wenn es sein den Ursprüngen dieses "Neuen" gewidmetes Mini-Festival "Festliche Tage Alter Musik" nennt... weiter




Matteo Loi (Golaud), Anna Gillingham (Mélisande). - © Herwig Prammer

Opernkritik

Die Elfe pfeift drauf3

  • "Pelléas et Mélisande", politisch korrekt gedeutet an der Kammeroper.

Das Thema Schrumpfen ist groß im Kommen: Nicht nur sind dazu zwei neue Kino-Filme entstanden, auch die Wiener Kammeroper weiß um den Reiz. Dort bescheidet man sich seit längerem nicht mehr mit Werken, die für kleine Bühne erdacht wurden; man experimentiert mit Mini-Fassungen von Repertoirestücken. Dabei wird nicht nur einiges an Orchesterballast... weiter




Konzert

Dynamisch italienisches Duo46

Ohne gehässig sein zu wollen: Manche Konzertbesucher in Europas Großstädten mochten die Intimität zu Hugo Wolfs "Italienischem Liederbuch" bei der Februar-Tournee von Diana Damrau und Jonas Kaufmann missen. Hierzulande wurde deutlich, dass es doch nur einen Goldenen Musikvereinssaal weltweit gibt. Und der steht eben in Wien. Glückliche Wienerstadt... weiter




Holte sich seinen Grammy am Nachmittag und saß während der Gala beim Abendessen: Dirigent Hans Graf (l.), hier mit dem Aufnahmeleiter der "Wozzeck"-Einspielung, Brad Sayles. - © apa/afp/Getty/Theo WargoVideo

Interview

Die Agentin sagte: "Das ist der Todeskuss"3

  • Dirigent Hans Graf hat in Texas "Wozzeck" aufgenommen und einen Grammy gewonnen. Ein Interview über ein Herzensprojekt.

Wer ist Hans Graf? In Österreich ist sein Stern nie ganz aufgegangen. 1949 in Marchtrenk geboren, wurde der Oberösterreicher in Graz zum Dirigenten ausgebildet; erste Sporen verdiente er sich im Nahen Osten beim Nationalorchester des Irak. Danach ließ er hierzulande aufhorchen: 1979 gewann Graf den Karl-Böhm-Wettbewerb in Salzburg; es folgten zehn... weiter




Ein gewinnender Spielmacher: Adrian Eröd. - © Staatsoper/Pöhn

Opernkritik

Neuer Wein in bewährten Schläuchen17

  • "Der Barbier von Sevilla", geschmackvoll besetzt, an der Wiener Staatsoper.

Die 419. Aufführung von Rossinis "Barbier von Sevilla" nach der Regie von Günther Rennert an der Wiener Staatsoper: 419 Mal dieselbe Hausfassade. 419 Mal dieselben Kostüme. 419 Mal "Figaro, Figaro, Figaro!". Der Vorhang hebt sich, und schnell ist man alle Vorurteile und Befürchtungen los: Diese Inszenierung ist wie guter Wein: ein mit den Jahren... weiter




Debüt bei der Mozartwoche: Piotr Anderszewski. - © ap/Michal Dolezal

Konzertkritik

Klotz am Bein5

  • Enttäuschender Mozart mit Piotr Anderszewski und Alain Altinoglu in Salzburg.

Es geht dem Herrn Mozart in der ihm zu Ehren veranstalteten Woche leider nicht immer ganz so gut, wie es der Anlass eigentlich nahelegen würde. Etwa dann, wenn Leute zusammenkommen, deren offenkundig einzige Gemeinsamkeit die ist, dass sie mit Musik ihr Brot verdienen. Am Mittwoch im Großen Festspielhaus waren das: der aus Frankreich stammende... weiter




Dirigent Riccardo Minasi: "Wenn wir immer nur die gleichen Stücke spielen, wird der Konzertbetrieb zu einem Hund, der sich selbst in den Schwanz beißt." - © Mozarteum/Drew Gardner

Interview

Saitenwechsel3

  • Mit dem Geiger Riccardo Minasi hat ein Alte-Musik-Spezialist das Mozarteum Orchester als Chefdirigent übernommen.

Salzburg. In einem kleinen Musikgeschäft hinter dem römischen Bahnhof. Der Inhaber entfernt von den billigen Geigen made in China die mitgelieferten, alles andere als hochwertigen Darmseiten. Für den Verkauf versieht er sie mit modernen Saiten, die schwarzen, roten und beigen chinesischen wandern in den Müll... weiter




Konzertkritik

Impressionismus mit Störgeräuschen1

  • Daniel Barenboims Klavierrecital bei der Salzburger Mozartwoche.

Der Verdacht lag nahe, dass am Montag in den Mittagsstunden sogar Daniel Barenboim, der große Philanthrop unter der Musiker-Prominenz, innerhalb einer Dreiviertelstunde zum Menschenhasser geworden ist. Nun ja, Hasser vielleicht doch nicht, dazu ist Barenboim zu edlen Gemüts... Aber ein gewaltiges G’wirks war es halt doch... weiter




Konzertkritik

Russland liegt unweit Mailand1

Ein russisches Abendprogramm im Wiener Musikverein, gespielt von einem italienischen Orchester, nämlich den Filarmonica della Scala, unter der Leitung von Riccardo Chailly. Raue Modernität gepaart mit südländischem Temperament. Eigentlich gute Voraussetzungen für einen intensiven Konzertabend. Auch das Programm selbst lässt sich spannend an... weiter




zurück zu Musik


Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Die Liebe zu allen Künsten
  2. "Musikalischer Himmel auf Erden"
  3. Ende eines Lebensgefühls
  4. Sie wollen nur spielen
  5. Worüber man nicht sprach
Meistkommentiert
  1. "Dem wilden Denken Raum geben"
  2. Onkel Wanjas Reizwörter
  3. "Drahdiwaberl"-Gründer Stefan Weber ist tot
  4. Perspektivenwechsel: Wirbel um Merkel-Foto mit Trump
  5. Religionen machtlos halten


Sean Godwells Entwurf einer Kapelle erinnert beim ersten Auftritt des Vatikans auf der Architekturbiennale in Venedig auf den ersten Blick an einen aufklappbaren Würstelstand.

Shepard Fairey vor seinem Mural am Wiener Flughafen. Eleni Foureira aus Zypern während ihres Probe-Auftritts in Lissabon. 

Fritz G. Mayer, Fritz Wotruba, Kirche zur Hl. Dreifaltigkeit, Außenansicht, Wien 23, 1974–1976. Das Siegerfoto mit dem Titel "Venezuela Krise", es zeigt einen 28-jährigen Mann mit brennendem Oberkörper während heftiger Proteste gegen Präsident Nicolas Maduro in Caracas im Mai 2017.