• vom 20.01.2019, 09:00 Uhr

Pop/Rock/Jazz


Pop-CD

Pippa: Mehr Versprechen als Großtat




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Von Bruno Jaschke

  • Die österreichische Schauspielerin Pippa Galli debütiert als Songwriterin.



Ja, es ist schwierig, Mythen zu kreieren. Selbst für einen ideen-und erfolgreichen Kulturmanager wie Stefan Redelsteiner, der seinerzeit etwa dem Nino aus Wien, Wanda, Voodoo Jürgens oder Stefanie Sargnagel zu Weltberühmtheit in Wien (und vereinzelt auch darüber hinaus) verholfen hat.

Information

Pippa
Superland
(Lotterlabel)

Als neueste Entdeckung seines Hauses (und des angeschlossenen Lotterlabels) bewirbt er eine vermeintlich junge Sängerin Marke kindlicher Charme und verkauft sie mit dem Claim "Hollywood-Diva meets Mädchen von nebenan". Die HollywoodDiva ließ man glücklicherweise - die wäre nämlich, wenn nicht gut in Szene gesetzt, sehr peinlich - außen vor; das Mädchen von nebenan gibt Pippa nicht schlecht.

In Wahrheit allerdings ist Phillippa ("Pippa") Galli ein gestandener Kultur-Profi. 1985 in eine Schauspielerfamilie geboren, hat sie auf vielen Bühnen (diverse Sommerfestivals, Volkstheater, Landestheater NÖ u.a.) agiert und in unzähligen Film- und Fernsehproduktionen (z.B. "Ikarus", "Vier Frauen und ein Todesfall", "SOKO Kitzbühel", "Tatort") mitgewirkt. Seit 2012 schreibt sie auch Songs. Ihr erster prominenter musikalischer Einsatz war als Sängerin anHans Wagners Seite in "Umami" auf dem Neuschnee-Album "Okay" (2018).

Mit Wagner als Co-Autor mehrerer Songs und instrumentalem Helfer sowie Herwig Zamernik (Naked Lunch, Fuzzman) als Produzenten und ebenfalls instrumentalem Handlanger ist Pippas Debüt hochprofessioneller Unterstützung versichert. Die Produktion ist demzufolge das Letzte, woran etwas auszusetzen wäre.

Trotzdem ist die Platte - für ein Debütalbum natürlich okay - mehr Versprechen als Großtat. Pippas anrührend-sonorer Stimme zum Trotz kommt die Musik zunächst etwas mühsam in die Gänge, zeigt aber in Songs wie "Autodrom" und "Weissclown" ein warmes Herz für gut austarierten, eher traditionell arrangierten Melodie-Pop.

Durch die Texte jagen bisweilen Zündfunken von Geistesblitzen: Per se eigentlich ärgerlichen Schwulst wie "ich bin dir nah und bin so weit weg" mit einem Tattoo in Verbindung zu bringen, muss einem erst einmal einfallen.





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Copyright © Wiener Zeitung Online 2019
Dokument erstellt am 2019-01-18 12:47:27
Letzte Änderung am 2019-01-18 13:35:55




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