• vom 02.02.2019, 18:00 Uhr

Pop/Rock/Jazz


Pop

Mehr Licht als Schatten bei Bob Mould




  • Artikel
  • Lesenswert (2)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von Heimo Mürzl

  • Dem US-Musiker geht es gut. Das hört man auch seinem neuen Album an.



Nicht wenige halten Bob Mould für einen der größten Musiker, die das Punk- und Alternative-Rock-Umfeld je hervorgebracht hat. Allein: Diesem Ruf gerecht zu werden, das vermochte der sensible Riese nicht mit jedem seiner Alben. Oft stand er sich dabei selbst im Weg - Drogenprobleme, Wut, Selbstzweifel und depressive Phasen machten ihm immer wieder zu schaffen.

Information

Bob Mould
Sunshine Rock
(Merge/Cargo)

Das vergangene Jahrzehnt stand im Zeichen der Konsolidierung, und derzeit präsentiert sich Mould so vital und optimistisch wie selten in seiner langen Karriere. Im Jahr 2015 verlegte der US-Amerikaner seinen Lebensmittelpunkt nach Berlin, und die Zeit seither hat ihm hörbar gut getan. "Sunshine Rock" kündet davon: Der zuversichtliche und mit einem markanten Gitarrenriff dynamisch anschiebende Titelsong gibt den Grundton vor und vermittelt neben Aufbruchsstimmung auch lebensbejahende Gefühle. Die weiteren elf Songs gehen zwar nicht als pure Gute-Laune-Musik durch, überraschen aber dennoch mit einem Sound, der mehr Licht spendet, als er Schatten wirft.

Der mittlerweile 58-jährige Musiker, der mit seinen wenigen verbliebenen Haaren, dem grauen Bart und seiner unscheinbaren Brille heute eher einem beliebigen Beamten gleicht als einer der größten Hardcore-Legenden, erweist sich hier als Meister darin, Schroffheit mit Eleganz zu verknüpfen. Überdies beeindruckt Mould einmal mehr mit einem Händchen für majestätische Melodien inmitten von Fuzz-Gitarren und schepperndem Schlagzeugsound.

Die rauen und energiegeladenen Alternative-Rock-Klänge werden dabei von zum Teil opulenten Streicherarrangements konterkariert und ergänzt, die immer noch vorhandene Hardcore-Attitüde wird mit einer altersgerechten Gelassenheit und Weisheit abgeglichen. Mit "Sunshine Rock" ist Bob Mould also so etwas wie ein würdiges Alterswerk gelungen. Unterstützt haben ihn dabei Jonathan "Jon" Wurster am Schlagzeug und Jason Narducy am Bass. Anspieltipps: "Lost Faith", "Western Sunset", "What Do You Want Me To Do" sowie das Titelstück.





Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2019
Dokument erstellt am 2019-01-31 14:50:44
Letzte Änderung am 2019-01-31 16:52:58




Werbung



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. In immer mehr Sprachen hat es sich ausgesprochen
  2. Wie weit darf Kunst gehen?
  3. Amadeus-Veranstalter müsse Absagen "akzeptieren"
  4. Sir Simons Teufelswalzer
  5. Jazz ist die Seele Amerikas
Meistkommentiert
  1. Amadeus-Veranstalter müsse Absagen "akzeptieren"
  2. Thomas Bernhard, noch immer - naturgemäß
  3. Wie weit darf Kunst gehen?
  4. Brexit-Erzählungen
  5. "Fernsehen bietet plötzlich Kinostoffe"


Quiz


Der Deutsche gab am Pult im Goldenen Saal des Musikvereins den Kapellmeister Deluxe.

Förderpreisgewinner Christoph Fritz mit Moderatorin Verena Scheitz und "vormagazin"-Chefredakteur Christoph Langecker. Peter Handke bei der Verleihung des 19. Wiener Theaterpreises "Nestroy" im Theater an der Wien. Hier mit dem Preis für sein Lebenswerk.

Neo-Viennale-Chefin Eva Sangiorgi (links) mit der Regisseurin des Eröffnungsfilms Alice Rohrwacher "Der Bauerntanz", entstanden um 1568.


Werbung