• vom 25.11.2011, 17:02 Uhr

Pop/Rock/Jazz

Update: 25.11.2011, 18:08 Uhr

Blue Bird

Keine Auslasser




  • Artikel
  • Lesenswert (0)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von Andreas Rauschal

  • Das Blue-Bird-Festival startete in seine siebente Saison
  • Fünf Bands beim abwechslungsreichen Auftakt im Porgy&Bess.

Psychedelische Schübe mit Orgel kamen von Erland & the Carnival.

Psychedelische Schübe mit Orgel kamen von Erland & the Carnival.

Wien. Das Anliegen der Vienna Songwriting Association ist hehr: Das Team um ORF-Mann Klaus Totzler fördert den Songwriting-Gedanken. Mit zahlreichen Konzerten wird noch unbekannten wie unter Connaisseuren bereits beliebten Künstlern eine Plattform errichtet. Im Mittelpunkt steht dabei nicht der einsame Mann an der Schrammelgitarre - auch elektronische Acts haben Einzug gehalten, um unterschiedliche Zugänge offenzulegen.


Mit dem traditionell im November ausgetragenen Blue-Bird-Festival werden die Kräfte gebündelt. Der auch heuer wieder gut programmierten Veranstaltung mangelte es zum Auftakt aber an zwingenden Acts. Für den gut besuchten Abend im Porgy&Bess gab Totzler folgende Aussicht: "Kein Headliner, kein Auslasser."

Nach der Eröffnung durch Mika Vember, die ihren Folk-Pop mit Coverversionen von Depeche Mode und Radiohead in den Zirkus oder an den Hamburger Hafen entführte, brachten mit Pascal Pinon vier minderjährige Mädchen aus Island ihre Angst vor dem Tourende zum Ausdruck, nach dem es zurück an die Schulbank geht - mit von Glockenspiel behübschten Kaminfeuer-Songs erinnerte die Band ans Jungscharlager. Von den Faröer-Inseln wiederum war ein Mann namens Budam angereist, der seine gern bei Tom Waits andockendenden, mit Cabaret-Klavier und Begräbnisstreichern ausgestatteten Kammer-Tragödien zur Einmann-Show an der Gitarre herunterbrach. Der auch als Schauspieler aktive Musiker lieferte ein Konzert, das den Drama-Gestus seines Werks gespenstisch untermalte.

Mit Erland & The Carnival und deren bisweilen auf Folk-Klassikern basierenden Indie-Songs kam im Anschluss Schwung in den Abend: Elegante Grooves gesellten sich zu mit dünner Orgel gegebenen Sixties-Sounds und psychedelischen Schüben, ehe es zur Live-Premiere eines speziellen Joint Ventures kam. Rupert Huber, einst als Downtempo-Forscher mit Tosca aktiv, und Chris Eckman von den Walkabouts stehen als L/O/N/G auf ihrem Debütalbum "American Primitive" für atmosphärische Klangreisen.

Mit Huber an Flügel, Laptop und Synthesizer und Eckman und den Gitarren ging das live nur mitunter gut. Die Klangdichte wurde am ehesten bei schnelleren und elektronisch bestimmten Songs wie dem Titelstück erreicht, während dem wärmenden "Wrong Train Comin" etwa nicht nur wegen der fehlenden zweiten Stimme das gewisse Etwas fehlte.

Nach fünf Stunden stimmte man Totzler zu, was den Headliner betraf. Der Rest dieses sympathischen Abends blieb aber Geschmackssache.




Schlagwörter

Blue Bird, Festival

Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2011-11-25 17:08:06
Letzte Änderung am 2011-11-25 18:08:07



Werbung



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Egoisten bleiben sie allemal
  2. Die Tiefe des Meeres im Krieg
  3. sand
  4. Spielend gegen die Angst vorm Fremden
  5. Im Inselreich der Affekte
Meistkommentiert
  1. Lang lebe Europa!
  2. Rene Benko steigt bei "Krone" und "Kurier" ein
  3. Kritik an finnischem Rechts-Metal-Konzert in Wiener Club
  4. Weißes Haus verteidigt sich mit Fake-Video
  5. Schweigen im Blätterwald


Quiz


Neo-Viennale-Chefin Eva Sangiorgi (links) mit der Regisseurin des Eröffnungsfilms Alice Rohrwacher

Sozialdemokratische Kundgebung für das Frauenwahlrecht, Wien-Ottakring, 1913 "Der Bauerntanz", entstanden um 1568.

Ignaz Kirchner als "Samiel", 2007, während der Fotoprobe von "Der Freischuetz" in Salzburg.  Das Tutu ist das Spezifikum der Ballerina, die elfengleich über die Bühne schwebt.


Werbung