• vom 27.09.2012, 16:26 Uhr

Pop/Rock/Jazz

Update: 27.09.2012, 16:50 Uhr

Porgy & Bess

Ein Rückblick mit Vorschau




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Von Andreas Rauschal

  • Das Label Fabrique Records feiert Zehn-Jahr-Jubiläum im Porgy & Bess.

Wien. Ein Hang zu Elektropop in unterschiedlichen Schattierungen ist dem Wiener Label Fabrique Records nicht abzusprechen, seit es im Jahr 2001 von Christian Rösner, im Hauptberuf Redakteur der "Wiener Zeitung", und Michael Martinek gegründet wurde. Frühe Signings wie TNT Jackson und deren bei gleichzeitigem Stromgitarrengebrauch auf den Dancefloor schielende Songs belegen das ebenso wie die auf Glanz und Glitzer gepolten 80er-Jahre-Referenzen von David Haering alias Lovecat, dessen Debütalbum noch heuer erscheinen soll.

Label-Konstante mit neuem Album: Mauracher.

Label-Konstante mit neuem Album: Mauracher.© Fabrique Rec. Label-Konstante mit neuem Album: Mauracher.© Fabrique Rec.

Dazu kamen Ausflüge in artfernere Gefilde - zuletzt wurde Morrissey-Gitarrist Boz Boorer unter Vertrag genommen, der sich auf "Some Of The Parts" etwa auch dem guten alten Rockabilly verpflichtete, während Hans-Joachim Roedelius und Kava ihren Kunstanspruch für das Gugginger Irritationen-Festival unter Beweis stellen sollten oder Wolventrix in harmonischer Nähe zur Inselrock-Institution Suede musizierten.


Hymnische Momente

Neben Kasar aus Berlin, der seine Klavierstudien mit atmosphärischen Laptopsounds kurzschließt, gastiert aber vor allem eine Labelkonstante am Zehn-Jahres-Fest, das heute, Freitag, ab 19 Uhr im Porgy & Bess über die Bühne geht: Hubert Mauracher tritt mit seinem Mann-Frau-Duo Ping Ping ebenso auf wie mit seinem Stammprojekt Mauracher, das sich mit dem demnächst erscheinenden, vierten Album "Super Seven" in Hochform präsentiert.

Nach vom Downtempo-Boom der 90er Jahre beeinflussten Anfängen mit lateinamerikanisch angehauchten Elektroniksounds für städtische Cocktailbars und einer Wandlung hin zu den Vorgaben des Songs ist Mauracher nun endgültig im Bandformat angekommen. Erweitert um Sonia Sawoff von Sawoff Shotgun, deren mitunter an Karen O erinnernde Stimme den heute nicht zuletzt auch bei den Yeah Yeah Yeahs andockenden Songs bestens steht, ist ein stimmiges Album mit einigen Song-Höhepunkten gelungen.

Bereits die zum Auftakt bespielte Kirchenorgel untermauert das Bemühen Maurachers um große Gesten - ein bekanntlich schwieriges Unterfangen, das schnell peinlich werden kann, hier aber souverän gemeistert wird -, die hymnischen, mit "Singapore" letztlich an Arcade Fire erinnernden Momente tun ein Übriges für den gewinnenden Charakter des Albums. Darüber hinaus geht es mit Sonia Sawoffs verträumten Sirenengesängen in Richtung Dream-Pop, während sich die dichten Soundwände aus verwaschenen Synthie-Schlieren, kombiniert mit hübscher Gitarren-und-Bass-Arbeit, womöglich an den alten Shoegazern orientieren. Auszüge aus "Super Seven" werden im Porgy & Bess natürlich geboten, ehe wechselnde DJs den Dancefloor beschallen. Happy Birthday!




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Dokument erstellt am 2012-09-27 16:33:22
Letzte Änderung am 2012-09-27 16:50:55



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