• vom 21.05.2015, 16:41 Uhr

Pop/Rock/Jazz

Update: 24.05.2015, 17:21 Uhr

Eurovision Song Contest

Wer zahlt, schafft an: die "Big Five"




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Von Barbara Dürnberger

  • Die größten Zahler haben einen Fixplatz im Bewerb.

Der deutsche Beitrag für den Eurovision Song Contest (ESC) im Jahr 1996 war nicht gut. Zumindest nicht gut genug, um von der Jury ins Finale gewählt zu werden. Da es in diesem Jahr 30 Anmeldungen gab, im Finale aber nur Platz für 23 war, entschloss sich die verantwortliche Europäische Rundfunkunion (EBU), eine interne Qualifikationsrunde einzuführen. Der Münchner Friseur Leon scheiterte mit "Planet of the Blue" genauso wie sechs andere Teilnehmer in der Juryvorauswahl und musste heimfahren.

Es sollte allerdings das letzte Mal gewesen sein, dass Deutschland nicht im Finale des Eurovision Song Contests auftrat. Denn jedes Land muss, wenn es am Song Contest teilnehmen will, eine bestimmte Teilnahmegebühr an die EBU entrichten. Der Betrag pro Land wird je nach Bevölkerungsanteil errechnet. Das macht Deutschland zu einem der stärksten Beitragszahler. Und dort reagierte man angesichts der frühen Ausscheidung nicht gerade sportlich. Immerhin zahle man sehr viel und wolle daher auch den eigenen Beitrag im Finale sehen. Sogar mit einem Finanzierungsstopp wurde gedroht.


Zankapfel Fixstart
Die EBU handelte und beschloss, dass jene vier - seit 2011 fünf - Länder, die den größten Beitrag zum EBU-Etat leisten, automatisch für das Finale qualifiziert sind und sich keiner Vorentscheidung stellen müssen.

In den Genuss dieser neuen Regelung kamen ab 1997 Großbritannien, Frankreich, Spanien, Deutschland und seit wenigen Jahren auch Italien. Sie werden "The Big Five", "Die großen Fünf" genannt und nehmen als Fixstarter gemeinsam mit dem Vorjahressieger am Finale teil. Von Beginn an zeigten sich einige Länder über diese Neuregelung nicht besonders erfreut und kritisierten das "Erkaufen" der Finalteilnahme. Für die Türkei war dieses Reglement unter anderem sogar ein Grund, sich vom Wettbewerb zu verabschieden.

Darüber, wie viel jedes Land für die Teilnahme in die EBU-Kasse zahlt, kann mitunter nur gemutmaßt werden. Auf Nachfrage der "Wiener Zeitung" gab die EBU an, dass die Veröffentlichung dieser Zahlen dem jeweiligen Land selbst überlassen sei.

390.000 Euro Startgeld
Die britische BBC veröffentlichte Zahlen, die sich in den letzten Jahren auf durchschnittlich umgerechnet 390.000 Euro beliefen. In Spanien gab die Lokalzeitung "La Voz Libre" kürzlich bekannt, dass TVE in diesem Jahr rund 356.000 Euro für die Teilnahme bezahlen wird. Transparent gibt sich auch das Nachbarland Deutschland: 384.511 Euro, gab der NDR der "Wiener Zeitung" zu Protokoll.

Haben die "Big Five" durch die automatische Teilnahme im Finale auch größere Chancen den Wettbewerb zu gewinnen? Ein Blick auf die Statistik sagt: Nein. Zwar zählen Frankreich und Großbritannien mit jeweils fünf Siegen zu jenen Ländern, die am zweithäufigsten gewonnen haben - Deutschland, Spanien und Italien rangieren allerdings mit jeweils zwei Siegen genauso erfolgreich im Ranking wie zum Beispiel Österreich. Im Vergleich dazu: Das "kleine" Irland, das den Song Contest sieben Mal gewonnen hat und als erfolgreichste Nation gilt, zahlte in den letzten Jahren Teilnahmegebühren zwischen 55.000 und 70.000 Euro.

Einerseits erleichtern die "Großen" mit ihren Zahlungen also den "Kleinen" die Teilnahme am Wettbewerb, andererseits blockieren sie fünf Plätze für das Finale. Ob der Beitrag deswegen besser ist, darf bezweifelt werden.




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2015-05-21 16:44:03
Letzte Änderung am 2015-05-24 17:21:34



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